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Jugendliche in der Corona-Pandemie«2020 war das Jahr, das am meisten dreingeschissen hat»

Jugendliche fernab von Gymnasien und begehrten Berufslehren trifft die Pandemie besonders hart. Unterwegs mit Ilhan und seinen Freunden.

Warten, dass irgendwas passiert: Ilhan und sein Freund Greg hängen in Zürich-Oerlikon ab.
Warten, dass irgendwas passiert: Ilhan und sein Freund Greg hängen in Zürich-Oerlikon ab.
Foto: Flavio Karrer

August 2020. Eine Telefonnummer gerät mir in die Finger, sie gehört Ilhan, achtzehn Jahre alt.

Ich interessiere mich für die Halbwelt, wo mit der Unwägbarkeit jugendlichen Suchens Kasse gemacht und Betäubungsmittel wie Xanax und andere Downer verkauft werden. Und irgendjemand meint, Ilhan könne Auskunft geben.

Ich wähle die Nummer. «Hey Bro», sagt eine Stimme, «easy Bro, komm mal wieder raus, du weisst Bescheid» – ich versuche zu grüssen, aber die Stimme redet weiter. «Haha! Ist nur die Mailbox, du Wichser!»

Noch am selben Tag ruft Ilhan zurück. Es stellt sich heraus, dass er mit harten Drogen nichts am Hut hat, dass er aber gewisse Leute kennt. Dann erzählt er von sich. Dass er in Schwamendingen aufgewachsen ist, im Nordosten Zürichs, und später in Heimen gelebt hat. Und dass er arbeitslos ist, auf der Suche nach einer Stelle als Koch, dass es wegen der Pandemie aber beinahe nichts gibt in der Gastronomie.

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