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Ungewöhnliches GerichtsurteilIn der Schweiz geborene 21-Jährige wird ausgeschafft

Die junge Frau verbrachte ihr halbes Leben in psychiatrischen Kliniken. Weil sie zweimal versuchte, einen Patienten umzubringen, wird sie nun des Landes verwiesen.

In der Psychiatrischen Klinik Rheinau versuchte die junge Frau, einen Patienten zu erwürgen.
In der Psychiatrischen Klinik Rheinau versuchte die junge Frau, einen Patienten zu erwürgen.
Foto: Marc Dahinden

Am 5. Oktober fällte das Zürcher Obergericht ein ungewöhnliches Urteil: Eine heute 21-jährige Frau, die in der Schweiz geboren und aufgewachsen, aber nie eingebürgert worden ist, wird zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren verurteilt. Und für zehn Jahre des Landes verwiesen. Dies wegen versuchter vorsätzlicher Tötung in zwei Fällen.

Bei einer Ausländerin, die nie woanders als in der Schweiz gelebt hat, der aber eine Ausschaffung droht, kann meist ein sogenannter Härtefall geltend gemacht werden. Nicht in diesem Fall. Wegen der «sehr hohen Rückfallgefahr für schwere Gewaltdelikte», heisst es in einer Mitteilung des Obergerichts, würden «die Interessen der Schweiz an ihrer Wegweisung die Interessen der Beschuldigten an einem Verbleib in der Schweiz» überwiegen.

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