35 Meter Stahldach haargenau eingepasst

In nächtlicher Mission brachten Stahlbauer aus Höri beim Bushof am Flughafen ein 33 Tonnen schweres Dach an. Es entsteht der grösste ÖV-Knotenpunkt im Unterland.

Das neue Stahldach schwebt durch die Nacht, es verbindet sodann die neue Glattalbahn-Haltestelle mit dem Bushof.

Christian Wüthrich

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Allmählich verlassen die letzten Busse den Flughafen in alle Richtungen. Der Betonplatz vor den Parkhäusern leert sich. Jetzt erst beginnt die Schicht der Leute von Stahlbau-Projektleiter Markus Wurm. Sein Werk liegt noch am Boden. Auf Holzblöcken abgestützt, versperren 33 Tonnen Stahl en bloc die Geleise der neuen Glattalbahn-Haltestelle am Flughafen.

In der Nacht auf Donnerstag setzen die Spezialisten das letzte grosse Element - ein ganzes Stahldach am Stück - zwischen Bushof und Glattalbahnhaltestelle ein. Dazu muss das richtige Werkzeug her, ein bulliger Autokran wird in Position gebracht. «Unser Zeitfenster reicht bis fünf Uhr morgens», sagt Projektleiter Wurm. Das neue Dach kommt quer über den Platz zu liegen, darum dürfen die Arbeiten erst nachts durchgeführt werden.

Musterdach in Höri

Um Ästhetik und Funktionalität der neuen Dachkonstruktion zu prüfen, bauten die Stahlbauer der Firma Baltensperger auf ihrem Areal in Höri eigens ein Musterdach. Jetzt wird das 35 Meter lange Original am Kranhaken befestigt. Es ist kurz nach ein Uhr, die Arbeiter kommen voran. Doch beim Anheben gibt es Probleme, weil sich einzelne Stützblöcke verschieben. Dann scheppert es, und das graue Gerippe liegt endgültig am Boden. Kein Grund zur Sorge, obwohl es für einen Augenblick hektisch wird vor Ort.

Nach einem Augenschein von Wurm, angepasster Kettenbefestigung und einigen vorsichtigen Versuchen schweben die 33 Tonnen Stahl vor den Augen einiger Fotografen und Schaulustigen langsam und gleichmässig in die Höhe. Kurz danach erhellen Funken die schummrige Stimmung auf dem Platz. Schweissen, schleifen, fertig. Da alle Teile vorfabriziert wurden, ist es ein Leichtes, das Dachgerippe an den Fixpunkten zu befestigen. Noch vor halb drei Uhr morgens ist der spektakulärste Teil der Arbeiten bereits gelaufen. Es war dies das letzte grosse Projekt von Markus Wurm, am folgenden Tag ist sein letzter Arbeitstag in der Stahlbaufirma.

Die Flughafenhaltestelle ist, nicht wie die meisten andern, ab Stange. In den nächsten Tagen wird das Gerippe auf der Unterseite mit Streckmetall, das sind Aluminiumplatten ähnlich wie Röstiraffeln, verkleidet. Oben kommen transparente Glasfaserplatten drauf.

Täglich gegen 20'000 Reisende

Der Flughafen sei schon heute der wichtigste Knotenpunkt für Pendler und Reisende im Unterland, erklärt der Leiter Angebot der Verkehrsbetriebe Glattal (VBG), Thomas Kreyenbühl. Bereits heute steigen täglich rund 12'000 Passagiere auf dem Bushof ein und aus, rechnet er vor. Hinzu kommen die Fussgänger, die von den gegenüberliegenden Parkhäusern her den Platz überqueren. Ab dem Fahrplanwechsel im kommenden Dezember dürften es nach Einschätzung von Kreyenbühl noch viel mehr sein, die hier täglich vorbeikommen. Dann nämlich wird alle siebeneinhalb Minuten eine weisse Komposition der Glattalbahn ankommen. Zusammen mit den 18 Bus- und Postautolinien rechnen die VBG dann mit bis zu 20'000 Menschen, die den Platz mit dem neuen Dach täglich überqueren. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 22.08.2008, 07:20 Uhr

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