36'000 Delikte mehr als im Vorjahr
Das Bundesamt für Statistik erfasste im letzten Jahr 693'000 Straftaten. Mehr als im Jahr zuvor. Vor allem eine Deliktart verzeichnet eine deutliche Zunahme.
In der Schweiz steigt die Zahl der Verzeigungen wegen Diebstahls. Dagegen werden weniger Straftaten gegen Leib und Leben oder gegen die sexuelle Integrität angezeigt. Dies geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik 2011 hervor.
Insgesamt wurden 2011 knapp 693'000 Straftaten erfasst, wie das Bundesamt für Statistik am Montag mitteilte. Im Vorjahr waren es 657'000 gewesen. 81 Prozent der Straftaten entfallen auf das Strafgesetzbuch, 13 Prozent auf das Betäubungsmittelgesetz, 5 Prozent auf das Ausländergesetz und 1 Prozent auf andere strafrechtlich relevante Bundesnebengesetze.
2011 wurden knapp 560'000 Straftaten gegen das Strafgesetzbuch erfasst, 6 Prozent mehr als 2010. Der Anstieg ist vor allem auf eine Zunahme der Vermögensdelikte zurückzuführen (plus 8 Prozent, total 410'000 Straftaten).
Alleine bei Diebstählen stieg die Zahl der registrierten Straftaten um ein Sechstel; vor allem wurden mehr Entreiss-, Taschen- und Trickdiebstähle erfasst. Bei unbefugter Datenbeschaffung gab es 1258 Straftaten mehr als im Vorjahr – plus 281 Prozent.
Aufklärungsrate schwankt stark
Die Straftaten im Zusammenhang mit Widerhandlungen gegen Leib und Leben gingen dagegen um 7 Prozent zurück auf 26'400 Straftaten, jene gegen die sexuelle Integrität um 3 Prozent auf rund 6100 Straftaten. Fälle von häuslicher Gewalt – meistens Gewalt in der Partnerschaft – gingen um 4 Prozent auf 15'000 zurück.
Mehr als vier Fünftel der Straftaten gegen Leib und Leben wurden aufgeklärt. Bei Tötungsdelikten lag die Aufklärungsquote gar bei 97 Prozent. Dagegen wurde nur knapp ein Sechstel aller erfassten Vermögensdelikte aufgeklärt.
Mehr Straftaten gegen Betäubungsmittel- und Ausländergesetz
Zugenommen haben die Verzeigungen aufgrund von Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, und zwar um plus 2 Prozent auf total 91'200 Straftaten. Es wurden mehr Straftaten im Zusammenhang mit dem Besitz von Betäubungsmittel registriert, beim Konsum war hingegen ein Rückgang bemerkbar. Zwei Drittel der konsumierten Betäubungsmittel sind Cannabisprodukte.
Die Straftaten gegen das Ausländergesetz stiegen um plus 10 Prozent auf total 32'000 Straftaten. Zwei Drittel der Straftaten betreffen die illegale Einreise respektive den unrechtmässigen Aufenthalt in der Schweiz.
Weniger minderjährige Beschuldigte
Die Zahl der Beschuldigten wegen einer Straftat gegen das Strafgesetzbuch ging 2011 erneut zurück – um 2 Prozent. Vor allem die Zahl der minderjährigen Beschuldigten nahm ab – um über einen Fünftel. Die meisten hatten sich geringfügige Straftaten wie (Laden- ) Diebstahl oder Sachbeschädigungen zu Schulden kommen lassen.
2011 wurden weniger Schweizer und Ausländer mit ständigem Wohnsitz in der Schweiz einer Straftat beschuldigt als im Vorjahr. Im Gegensatz dazu nahm die Zahl der beschuldigten Personen aus dem Asylbereich sowie aus der nichtständigen Wohnbevölkerung zu. Bei den Straftaten gegen das Strafgesetzbuch sind erneut Ausländer sowie Personen aus dem Asylbereich übervertreten.
SDA/mrs
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