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Corona-Hotspot Schweiz5000 Covid-Tote – warum sind wir so gelassen?

Das Coronavirus fordert in der Schweiz viele Menschenleben. Dass die Öffentlichkeit erstaunlich gelassen darauf reagiert, empfinden die einen als abgebrüht. Die andern sprechen von gesundem Pragmatismus.

Eine an Covid verstorbene Person wird in Genf zum Friedhof «Cimetière des Roi» gebracht.
Eine an Covid verstorbene Person wird in Genf zum Friedhof «Cimetière des Roi» gebracht.
Foto: Salvatore Di Nolfi (Keystone)

2019 starben in der Schweiz 187 Menschen im Strassenverkehr. Covid-19 braucht für dieselbe Opferzahl im Moment etwas mehr als zwei Tage. Rund 5600 Personen sind hierzulande seit Beginn der Pandemie am Coronavirus gestorben, allein im November waren es fast 2800.

Die zweite Welle fordert viel mehr Opfer als die erste im Frühling. Die sogenannte Übersterblichkeit die Differenz der Sterberate im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt lag bei den über 65-Jährigen im November höher als 50 Prozent.

Die Nation, die ihre Altersvorsorge so umsichtig auf Säulen abstützt wie ein antiker Architekt anno dazumal das Gebälk eines ionischen Tempels; das Land der unzählbaren Luftschutzbunker, dessen Bevölkerung sich auch sonst gegen die Risiken des Lebens eifriger versichert als irgendwo sonst dieses Land ist zur Verwunderung der internationalen Öffentlichkeit zum Corona-Hochrisikogebiet geworden.

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