Afrika Morgen

In Zukunft könnte die Rebellion so knistern wie die Musik dieser drei Schotten.

G, Kayus, Alloysious: Spass mit bösen Zustandsbeschreibungen.

G, Kayus, Alloysious: Spass mit bösen Zustandsbeschreibungen.

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Ja, da hat man ein Problem. In der vorigen Zeile ganz links muss nun mal ein Genre stehen. Im Fall der Young Fathers aus Edinburgh führt das unweigerlich ein wenig in die Irre. Klar, sie rappen oft, aber sie singen auch, und die Klangkulisse wird von rüstigen Lo-Fi-Beats mit afrikanischen Einflüssen dominiert. Psychedelisch-futuristischer Dub-Hip-Hop würde es einigermassen treffen, aber das ist natürlich zu lang.

Auf jeden Fall ist es aufregend und sehr modern, was die drei Schotten – zwei davon haben Wurzeln in Westafrika – machen. Dünne Orgelmelodien, Tamburine, Gitarren, deren Originalaufnahme ca. 1963 stattgefunden hat, und karge, definitiv nicht glatte Beats: All das montieren die Young Fathers zu Liedern, deren unberechenbarer, eleganter Fluss an Musiker wie TV on the Radio oder Gonjasufi denken lässt.

Allerdings kommt auf der EP «Tape One» öfter als bei den genannten Bands eine gewisse Fröhlichkeit zum Tragen. Was durchaus erstaunlich ist, denn die Texte von Alloysious, Kayus und G handeln meist auf verschlüsselte Weise von einer Welt, die von Gewalt und Krieg durchzogen ist – von unserer Welt also. Nicht mit betulichen Appellen sei solchen Umständen beizukommen, scheinen die Young Fathers zu sagen, sondern mit frechem Agieren.

Eintritt 25 Franken (Zueritipp)

Erstellt: 24.04.2013, 13:25 Uhr

Young Fathers - Romance

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