Autolenker und Anwohner benötigen Geduld

Die Sanierung des Oeggisbüel-Kreisels in Thalwil stellt die Geduld der Automobilisten auf die Probe. Eine Alternative zur jetzigen Lösung gibt es aber nicht, erklärt der Bauleiter.

Bis zu acht Minuten dauert die Wartezeit vor dem Rotlicht.

Bis zu acht Minuten dauert die Wartezeit vor dem Rotlicht. Bild: Patrick Gutenberg

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Freitag abends um fünf Uhr an der Tischenloostrasse: Ein Autofahrer drückt auf das Pedal und passiert das Lichtsignal gerade noch, bevor es auf Rot wechselt. Für den Audi-Lenker hinter ihm reicht es nicht mehr: Der Fahrer stellt resigniert den Motor ab und schaltet das Radio ein. Er muss jetzt etwa acht Minuten vor dem Rotlicht warten. Der Abendverkehr staut sich die Tischenloostrasse hinauf. Als das Signal Grün anzeigt, stehen über 40 Autos in der Kolonne.

«Ich muss hier zweimal durchfahren und verliere bis zu einer Viertelstunde pro Tag», rechnet der Thalwiler Heinz Richard nach. Für die Sanierung der Wasserleitungen zeigt er aber Verständnis. Die Strecke sei seit jeher eine Achillessehne des Thalwiler Verkehrs. «Wenn der Umbau etwas fantastisch Neues bringt, dann ist es mir die Wartezeit wert», erklärt er.

Geduld beweist auch die Fahrerin eines blauen Mazda: «Das müssen wir Autofahrer einfach aushalten», erklärt Anneliese Vogel aus Thalwil. Gerne hätte sie allerdings etwas mehr Informationen erhalten über die Sanierung des Kreisels.

«Umfahrung geschickter machen»

Weniger geduldig ist ein junger Motorradfahrer vor dem Signal. «Ich umfahre die Baustelle sonst weiträumig, jetzt stehe ich seit fünf Minuten, und unten am Kreisel fährt kein einziges Auto durch», sagt Alexander Bruhin aus Thalwil. Tatsächlich tut sich unten am Kreisel nichts, während sich oben die Autos weiter stauen. «Die Umfahrung hätte man meiner Ansicht nach geschickter lösen können», findet auch Nadja Rauscher, während sie auf grünes Licht wartet. Die Tiefbauzeichnerin hat die Lehre beim für den Bau zuständigen Ingenieurbüro Frick und Partner aus Adliswil gemacht und kennt solche Projekte.

Schleichverkehr in den Quartieren

Beim Ingenieurbüro Frick und Partner, das vom Kanton Zürich mit der Sanierung des Kreisels betraut worden ist, zeigt man für den Missmut der Autofahrer Verständnis. Bauleiter Christian Klöthi betont aber: «Die Lösung ist sicher richtig, eine Vollsperrung hätte noch mehr Komplikationen mit sich gebracht.»

Komplikationen bringt aber auch die jetzige Lösung. Manche Autofahrer verlieren nach ein paar Minuten Wartezeit die Geduld und weichen auf umliegende Nebenstrassen aus. Dadurch entsteht in den angrenzenden Quartieren ein Schleichverkehr, der die Anwohner stört. Klöthi ist aber überzeugt, dass der Schleichverkehr auch bei einer Totalsperrung stattfinden würde. «Eine Umleitung hätte ebenfalls durch die Quartiere geführt», erklärt er. Eine Alternative zur jetzigen Verkehrsregelung komme jedenfalls nicht in Frage. Bei der Gemeinde Thalwil und der Bauleitung seien ein paar Klagen eingegangen, erklären diese.

Die Strassenbauarbeiten beim Oeggisbüel-Kreisel haben am 20. August begonnen und dauern voraussichtlich bis zum 26. September. Weil das Wetter gut war, ist die Sanierung möglicherweise sogar früher abgeschlossen als geplant. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 31.08.2008, 19:05 Uhr

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