Bau von zwei Sunrise-Antennen in Feldmeilen blockiert

Die Sunrise tut sich schwer in Feldmeilen. Erst ging Rekurs gegen die Versetzung einer ihrer Antennen ein, nun lehnt die Gemeinde einen Neubau ab.

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Schlechte Nachrichten für die Telecom-Anbieterin Sunrise: Die Meilemer Baukommission hat vor einigen Tagen ein von ihr eingereichtes Gesuch für den Neubau einer Mobilfunkantenne in der Nähe des Bahnhofs Herrliberg-Feldmeilen abgeschmettert. Die Sendeanlage – geplant war ein 20 Meter hoher Mast aus Stahl – würde sich nicht zufriedenstellend in die Umgebung einfügen, wie Gemeindeschreiber Didier Mayenzet auf Anfrage erklärt. Wie so manch andere Bauherrin ist Sunrise über den Artikel 238 im kantonalen Planungs- und Baugesetz gestolpert. Der Gesetzestext besagt, dass Bauten so zu gestalten seien, dass eine «befriedigende Gesamtwirkung» mit ihrem Umfeld erreicht werde. Der Artikel lässt in dieser Beurteilung der Baubehörde einen besonderen Ermessensspielraum zu. Und die Meilemer Baukommission hat diesen Spielraum zu Ungunsten der Telecom-Anbieterin ausgelegt.

Denkmäler kommen vor Antennen

Als Hauptargument führt die Behörde das direkt neben dem geplanten Antennenstandort gelegene Ex-Fabrikgebäude der Firma Kaffee Hag an. Es ist Teil des kommunalen Inventars schutzwürdiger Gebäude, und bei Denkmälern gilt, dass Mobilfunkantennen in ihrer massgebenden Umgebung nicht wahrnehmbar sein dürfen. Genau das Gegenteil trifft hier aber in ausgeprägtem Masse zu, findet die Meilemer Baubehörde. Die Sunrise hat kein Verständnis für den ablehnenden Entscheid. Manfred Speckert, Medien-Sprecher der Sunrise, kündigt Widerstand an: «Ich habe mir die Situation noch einmal vor Ort angeschaut und glaube immer noch, der Standort sei bewilligungsfähig», sagt Speckert. Die Sunrise werde Einsprache gegen den ablehnenden Entscheid erheben.

Keine 500 Meter entfernt vom geplanten Antennenstandort hat die Sunrise noch an einer anderen Front zu kämpfen. Sie möchte ihre Antenne auf dem Dach des Gebäudes an der General-Wille-Strasse 115 – im Erdgeschoss ist der Coop untergebracht – auf das Dach des dahinterstehenden Wohnhauses 113 versetzen lassen. Im gleichen Zuge würde die Antenne zusätzlich auf die neuere UMTS-Technologie umgerüstet. Die Gemeinde bewilligte dieses Gesuch bereits. Es ist jedoch ein Rekurs von erbosten Anwohnern hängig.

Besonders sauer stösst diesen auf, dass die Versetzung aus technischen Gründen gar nicht nötig wäre, sondern nur auf Wunsch des Hausbesitzers hin veranlasst worden ist – Speckert bestätigt diesen Sachverhalt. Das in den Hang zurückversetzte Gebäude, auf das die Antenne neu zu stehen kommen soll, gehört demselben Besitzer. Mit der Verschiebung stünde die Antenne nicht mehr in der Aussicht seiner eigenen Liegenschaften.

Skurrile Einsprache für Antenne

Die Anwohner fühlen sich verschaukelt. «Der Besitzer dieser Häuser kann durch die Versetzung zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen», sagt einer der Rekurrenten, der nicht namentlich genannt werden möchte. Zum einen werte er seine eigenen Liegenschaften auf, weil die Antenne nicht mehr in deren Aussicht stehen würde. Zum anderen könne er nach wie vor die Miete für den Antennenstandort einstreichen. «Und das auf unsere Kosten», klagt der Rekurrent. Für ihn und seine Mitstreiter wäre die neue Antenne noch besser sichtbar als die bisherige, die sie bis anhin duldeten und in ihrer heutigen Form auch in Zukunft zu dulden bereit wären.

Die Situation ist vertrackt, die Sunrise ist in ihren beiden Bauprojekten blockiert – die privaten Einsprecher kündigen an, ihren Rekurs durch alle Instanzen zu ziehen. Es könnte aber noch zu einer skurrilen Situation kommen: Andere Anwohner erwägen, noch einen Rekurs einzulegen – gegen die jetzt bekannt gewordene Ablehnung der Antenne beim Bahnhof. «Wir denken uns, dass die Sunrise nur eine der beiden nahe beieinander liegenden Antennen benötigt», sagt jemand aus dem Quartier – in der Vorstellung, die Firma würde bei einer Bewilligung der Antenne beim Bahnhof Herrliberg-Feldmeilen dann nur diese realisieren. Sunrise-Sprecher Speckert macht diesem Denkspiel aber vorzeitig ein Ende: «Wir sind auf beide Antennen angewiesen, um das Gebiet ausreichend abdecken zu können», sagt Speckert. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.09.2008, 21:53 Uhr

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