Baugesuch für private Lounge mit Seeanstoss

Am bester Lage am Pfäffikersee soll eine Club-Lounge gebaut werden. Was darunter zu verstehen ist, will der Bauherr nicht sagen. Nur soviel: Die Pfäffiker werden wohl nichts davon haben.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Das Baugesuch für den «Neu­bau Schiffspavillon zur Nutzung als Club­Lounge» ist am 25. Juli ausgeschrieben worden. Erstellt werden soll der Pavillon am Stogelenweg 16. Das ist die Liegen­schaft gleich neben dem Tennisplatz am Pfäffikersee. Bau­herr ist Oskar Schellenberg, der laut Bau­gesuch gleich nebenan am Stogelenweg 12 wohnt. Erstellt werden soll auf der Par­zelle der Liegenschaft Stogelenweg 16 ein Pavillon im westlichen Teil des Gartens, also zwischen dem bestehenden Haus und dem Pfäffikersee.

Dass dies ein heikler Ort für einen Neubau ist, liegt auf der Hand, gilt hier doch ein überkommunaler Land­schaftsschutz: die Schutzzone Pfäffiker­see. Ob und wenn ja was hier gebaut wer­den kann, entscheidet nicht zuletzt auch der Kanton. Er prüft nämlich die Bauvor­haben in dieser Zone.

«Privat, nicht öffentlich»

Ein Pavillon, der als Lounge genutzt werden soll, lässt einen an ein Restaurant denken. Doch was ist eine private Lounge? Wie, wie oft und wie lange soll sie genutzt werden? Solche Fragen wollte Oskar Schellenberg nicht beantworten. «Die Lounge ist privat und nicht öffentlich», er­klärt er kurz angebunden. Der Baueingabe ist zu entnehmen, dass sich die Öffnungs­zeiten «im normalen Bereich» bewegen sollen und die Lounge nur ausnahmsweise bis 22 Uhr geöffnet bleiben soll.

Der zu bauende Pavillon ist von der Bauherrschaft als Nebengebäude dekla­riert worden. Es ist 13 Meter lang, 6 Meter breit und rund 4 Meter hoch. Der Bau ist achteckig und verfügt über eine Terrasse mit sechs Tischen, über eine Küche, Toi­letten, Garderobe und Nebenraum. Auf dem Vorplatz Richtung See sollen laut Baueingabe vier Granittische platziert werden. Der Vorplatz grenzt an die Seeab­standslinie. Die Konstruktion des Pavil­lons erinnert wegen eines schräg gestell­ten Geländers und der runden Fenster – Bullaugen – an ein Schiff. Daher der Be­griff Schiffspavillon. Die Baute ist eine Holzkonstruktion mit Bretterschalung und einem Dach, das entweder mit Ziegeln oder Schieferelementen gedeckt werden soll. Das Gebäude ist beheizbar.

Projekt wirft Fragen auf

Ob die landschaftliche Einordnung des Projekts gegeben ist, wird der Kanton be­urteilen müssen. Das Projekt wirft aber auch Fragen auf, auf welche die Baube­hörde Pfäffikon Antworten suchen oder verlangen wird. Ist das Gebäude über­haupt zonenzulässig, wenn es als Lounge genutzt wird? Wie oft wird die Lounge ge­öffnet sein? Entspricht das Gebäude vom Charakter her einem Nebengebäude? Und wie steht es mit den Parkplätzen? Diese Frage wurde bereits an die Bauherrschaft gestellt. Erste Berechnungen ergaben, dass für die Lounge sieben neue Parkplätze be­nötigt werden. Der Nachweis für diese Parkplätze wurde postwendend geliefert. Die bei den Liegenschaften Stogelenweg 12 bis 16 kürzlich im Rahmen der Umbauten der drei Häuser erstellten Parkplätze wur­den als Parkplätze für die Lounge bezeich­net. Ob dieser Nachweis genügt, wird das Bauamt Pfäffikon abzuklären haben.

Das Baugesuch für den Schiffspavillon stösst nicht überall auf Verständnis. Auch bei der Vereinigung Pro Pfäffikersee, wel­che sich für die Erhaltung des Pfäffikersee­Schutzgebiets einsetzt und Aktionen koor­diniert, wurde bereits auf das Baugesuch hingewiesen. «Von einer Gegnerin des Projekts», wie Ruth Mettler vom Sekreta­riat der Vereinigung erklärte. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 07.08.2008, 19:17 Uhr

Blogs

Von Kopf bis Fuss Die Schönheit liegt in den Augen

Blog Mag Liebe und Hass

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Die Welt in Bildern

#covfefe? Angela Merkel bedient das fedidwgugl-Haus in Berlin - und wir schütteln den Kopf ab dem sonderbaren Wahlslogan #fedidwgugl: Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben (18. August 2017).
(Bild: Michael Kappeler) Mehr...