«Bedingungen wie im Burgund»

Andreas Keller ist der inoffizielle Mister Schweizer Wein. Bereits zum fünften Mal lädt er mit seinem Team zur Weinausstellung Mémoire & Friends.

Kennt die Produzenten seiner Weine persönlich: Andreas Keller.

Kennt die Produzenten seiner Weine persönlich: Andreas Keller.

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170 Schweizer Winzer bringen am Montag ihre Weine ins Kongresshaus zur Mémoire & Friends. Patron der grössten Schweizer Weinausstellung ist Andreas Keller (63). Seit Jahrzehnten macht er sich als Weinjournalist stark für einheimische Tropfen. Etwa als Mitgründer von Mémoire des Vins Suisses, einem Verein, dem 51 Schweizer Topwinzer angehören. Daraus erwachsen ist Mémoire & Friends, die Keller mit seiner Firma organisiert. Wir sprachen mit ihm bei einem Glas Räuschling über ...

... seinen Weg zum Wein:
Generell zum Wein gefunden habe ich über Frankreich. Das Land war für mich immer Vorbild. Als ich dann Chefredaktor der Weinzeitschrift «Vinum» wurde, war für mich klar, dass ich auch vermehrt über Schweizer Wein schreiben will. Ich möchte aber betonen, dass ich auch heute nicht nur Schweizer Wein trinke. Unser Wein passt in die gesamte internationale Weinwelt.

... die Schweiz im internationalen Vergleich:
Weltklasse sind wir mit den autochtonen Sorten. Aber auch mit gereiften Chasselas, die etwas vom Besten sind, das unser Land zu bieten hat. Beim Pinot noir, der heute wichtigsten Sorte hierzulande, wurden ebenfalls gewaltige Fortschritte gemacht. Vor allem in der Deutschschweiz, wo wir dank der Klimaerwärmung bald Bedingungen wie im Burgund haben.

... den Nachholbedarf der Schweizer Winzer:
Beim Weinbau wurde in den letzten 30 Jahren viel unternommen. Wo man aber dazulernen muss, ist bei der Kommunikation. Weder im In- noch im Ausland hat man es geschafft, den Schweizer Wein richtig zu positionieren.

... mögliche Kommunikationsmassnahmen:
Weinmarketing muss man mit Tourismus koppeln. Wer in der Toskana war und dann daheim Chianti trinkt, wähnt sich wieder in den Ferien. In unserer Wahrnehmung ist zu wenig verankert, dass die Schweiz auch ein Genussland ist. Vor allem in der Deutschschweiz fehlt das Bewusstsein. In der Westschweiz ist es noch eher vorhanden.

... die Entstehungsgeschichte von Mémoire & Friends:
Interessanterweise war Österreich Wein Geburtshelfer dieser Veranstaltung. Die allererste Show 2008, damals noch unter anderem Namen, war ein Partnerprojekt mit den Österreichern im Rahmen der Fussball-EM. Weil alle Beteiligten, vor allem auch die Winzer, begeistert waren, wagten wir ein Jahr später eine eigene Weinausstellung.

Erstellt: 21.08.2013, 16:11 Uhr

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