Bei Horgens Energie wollen die Grünen Gold

In Rekordzeit wurde Horgen zur «Energiestadt»: Ende Monat werden die Bemühungen, sorgfältig mit Energie umzugehen, zertifiziert. Das ist gut, sagen die Grünen – aber nicht gut genug.

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Es war ein Vorstoss der Grünen, der den Anstoss gab: In einer Anfrage wollte Matthias Herfeldt im August 2006 erfahren, wie der Gemeinderat zum Label Energiestadt stehe.

Der Gemeinderat tat sich damals schwer, eine verbindliche Aussage zu machen, sagte, er stehe für eine fortschrittliche Energiepolitik – die Beweise dafür blieb die Exekutive aber weitgehend schuldig.

Das war vor zwei Jahren. Inzwischen steht fest, dass sich der Bezirkshauptort bald als zweite Gemeinde im Bezirk mit dem Label Energiestadt vermarkten kann: Am 25. Oktober hisst Gemeindepräsident Walter Bosshard (FDP) zusammen mit Gemeinderätin Jacqueline Gübeli (SP) und Regierungsrat Markus Kägi (SVP) auf dem Horgner Dorfplatz die Fahnen mit dem Emblem «Energiestadt Horgen».

Überraschende Dynamik im Rat

Matthias Herfeldt, der Präsident der Grünen Partei Horgen, zeigt sich positiv überrascht über die Dynamik, die der Gemeinderat in Sachen Energiepolitik an den Tag legte. Als er die Anfrage stellte, habe er noch daran gezweifelt, dass Horgen in der aktuellen Legislatur zur Energiestadt werde, gibt Herfeldt zu.

Im Juli 2007 dann gab die Exekutive bekannt, binnen zweier Jahre wolle man die Zertifizierung erreichen. Nun wurden die Massnahmen schneller umgesetzt und bereits nach 15 Monaten die nötigen Punkte für das Label Energiestadt gesammelt. Herfeldt findet lobende Worte für den Gemeinderat: Innert Rekordzeit habe er die Zertifizierung erreicht.

Das Label ist aus Sicht der Grünen Partei jedoch nur Zwischenziel: Sie fordert das Gold-Label.

Halbe Sache für Label

Das Label Energiestadt wird von Energie Schweiz Gemeinden und Regionen verliehen, die mehr als 50 Prozent der möglichen Massnahmen realisiert oder beschlossen haben – die 87 Massnahmen werden unterschiedlich bewertet. Alle Massnahmen zusammen ergeben im Fall von Horgen 476 Punkte. Für die höchste Auszeichnung, den «European Energy Award Gold», müssen 75 Prozent der Punkte erreicht werden.

Der Gemeinderat hat sich in seinem Leitbild Energie vom März dazu verpflichtet, den Umgang mit der Energie weiter zu verbessern: Bis 2012 will er weitere Massnahmen umsetzen und rund 47 Punkte zusätzlich sammeln.

Das geht Matthias Herfeldt und der Grünen Partei zu wenig weit. Nicht 47, sondern 109 zusätzliche Punkte sollen gesammelt und damit das Gold-Label erreicht werden. Herfeldt sagt, der Gemeinderat solle nichts überstürzen. «Das Gold-Label soll Ziel für die kommende Legislatur sein.» Diese beginnt 2010, und dann müssten die Massnahmen benannt werden, mit denen man die geforderten 357 Punkte erreichen will.

Mit Solar punkten

Die Vorstellungen, wie Horgen sein Umgang mit der Energie weiter verbessern soll, liegen bei Gemeinderat und Grünen nahe beieinander. Horgen habe Schwächen im Gebäudebereich, sagt Herfeldt. Hier setzt auch das Leitbild Energie des Gemeinderats an: Bis Ende 2009 soll von allen relevanten Gebäuden eine Energiebuchhaltung erstellt werden; bei Neubauten soll grundsätzlich der Minergie-Standard realisiert werden, und Minergie-P (Passivhaus) wird geprüft.

Ebenfalls im Sinn der Grünen ist der Vorsatz des Gemeinderats, das Angebot an Ökostrom auszubauen und in der aktuellen Legislatur eine Projekt- und Kreditvorlage für eine Photovoltaikanlage zur Abstimmung zu bringen. Herfeldt sagt, Horgen solle als Vorreiter auf Solarstrom setzen. «Dann kann sich die Gemeinde auf die Fahne schreiben, im Bereich Energie und Klimaschutz eine Vorbildfunktion einzunehmen», sagt Herfeldt – bis heute steht dies erst im Leitbild Energie. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.10.2008, 22:11 Uhr

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