Bierbrauer-Verein und Fitnesscenter erhalten Anerkennungspreis

Die Wirtschaftsförderung Illnau-Effretikon vergab gestern den Anerkennungspreis an zwei Unternehmen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

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«Ich bin völlig überrascht», sagt Giampaolo Amato. «Das hätte ich nie gedacht.» Das Fitnesscenter Body Fit in Tagelswangen, welches Amato führt, erhielt gestern bei der Vergabe des Anerkennungspreises für Unternehmungen den Hauptpreis der Wirtschaftsförderung Illnau-Effretikon.

Die Auszeichnung sei für ihn eine Bestätigung, dass er auf dem richtigen Weg sei – und das sei ausschlaggebend. Für das Preisgeld von 5000 Franken ist er natürlich auch dankbar. «Das gibt einen Bonus für unsere Mitarbeiter», sagt Amato. Als 15-Jähriger habe er mit dem Training im Body Fit angefangen. Damals sei das Effretiker Fitnesscenter noch sehr klein gewesen. 1999 übernahm Amato das Studio, welches in der Zwischenzeit nach Tagelswangen umgezogen war, und liess es etliche Male umbauen.

Das Geschäft mit der Fitness läuft gut

Heute laufe das Geschäft gut, freut er sich. Seine Kundschaft reiche von 13-jährigen Teenagern bis zu einem 87-jährigen Mann. Mit seinen Kunden habe er ein gutes Verhältnis und die meisten kenne er persönlich. Stolz schlendert Amato durch den Dschungel von Fitnessgeräten und nickt hie und da einem verschwitzten Sportler aufmunternd zu. «Das Training soll wie Zähneputzen sein», erklärt er. «Da fragen wir uns auch nicht, warum wir es täglich tun.

Sport sollte wie das Zähneputzen zum Alltag gehören.» Könne er jemanden dazu motivieren, regelmässig Sport zu treiben, sei das für ihn ein Erfolgserlebnis. Fachmännisch erklärt Amato die verschiedenen Fitnessgeräte, wie sie beim Aufbau bestimmter Muskeln helfen, was speziell zu beachten ist und für wen sie geeignet sind. Dabei schimmert sein früherer Berufswunsch Arzt durch. Beim Training gehe es vor allem darum, präventiv gegen Osteoporose und andere Erkrankungen vorzugehen. «Beine, Bauch und Po zu trainieren, ist aber auch wichtig», sagt Amato augenzwinkernd.

Bierbrauer ausgezeichnet

Weniger um Sport, dafür umso mehr um Genuss geht es beim zweiten ausgezeichneten Unternehmen. Der Preis erhielt der Verein der Illauer Brauer. Pünktlich zu Sommerbeginn hatte der Verein sein regionales Bier eingeweiht – das Illauer Punt. Allerdings steckt der Verein noch in den Anfängen. Trotzdem – oder gerade deshalb – bekam er die Auszeichnung verliehen. «Der Preis freut uns sehr», sagt Vorstandsmitglied Kaspar Kuhn.

«Die Presse schreibt wieder vermehrt über uns, und so gehen wir nicht vergessen. Zusätzlich konnten wir mit dem Preisgeld von 2000 Franken unser Inventar aufstocken.» Der Verein hat die Anzahl Harrassen und Bierflaschen verdoppelt, auf denen das Logo der Illauer Brauer prangt. Dies sei auch nötig gewesen: Seit der Lancierung des Illauer Punts am 2. Juni habe der Verein 16 000 Flaschen verkauft, so viel, wie für ein ganzes Jahr geplant waren.

Brauen soll Hobby bleiben

Zwölf Restaurants in Illnau-Effretikon und Weisslingen sowie drei Einzelhändler verkaufen das Bier. «Uns ist jedoch wichtig, dies weiter nur als Hobby zu betreiben», betont Kuhn. «Wir wollen mit dem Punt kein Geld verdienen.» Lediglich das Startkapital, das die Vereinsmitglieder aus eigener Tasche zahlten, wollen sie wieder reinholen. «Unser Ziel ist es, das Bier weiterhin für einen Franken 60 Rappen pro Flasche zu verkaufen. Da soll sich nichts ändern.»

Gerste und Hopfen des Illauer Punts kommen aus der Region, während die Brauerei Sonnenbräu im St. Galler Rheintal das Bier braut und in die grünen Flaschen mit dem blau-weissen Etikett abfüllt. Ob die Produktion irgendwann nach Illnau umzieht, kann Kuhn nicht sagen. Die Eigenproduktion sei ein Fernziel, über das man in zehn Jahren sprechen könne. Auf die Frage, warum gerade der junge Brauerverein den Anerkennungspreis gewonnen hat, antwortet Kaspar Kuhn bescheiden: «Wir machen etwas für die Bevölkerung. Das Bier ist am Startfest sehr gut angekommen. Es schmeckt eben auch gut.» Er selber trinkt das Punt sehr gerne. «Fast zu gerne», fügt er schmunzelnd hinzu.

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Erstellt: 17.08.2010, 22:03 Uhr

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