Blocher soll nicht über Anstand in der Politik reden

Am 23. November soll Ex-Bundesrat Christoph Blocher am Ustertag eine Rede über Anstand in der Politik halten. Das halten die Grünen für «zynisch und nicht nachvollziehbar» und fordern drastische Massnahmen.

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Es war eine eigentliche Revolution, die sich vor bald 180 Jahren in Uster ereignete. Am 22. November 1830 versammelten sich rund 10'000 Männer auf dem Zimikerhügel und sagten der Bevormundung durch die Stadt Zürich den Kampf an. Gewaltfrei machten sie damit den Weg frei für einen modernen, föderalistischen Kanton. Im Andenken an diesen Tag wird jedes Jahr der Ustertag begangen. Für dieses Jahr verpflichtete das Komitee als Hauptredner den abgewählten Bundesrat Christoph Blocher. Sein Redethema: Anstand in der Politik.

«Verrat am liberalen Feiertag»

Das aber passt den Grünen gar nicht. Sie fordern, dass Blocher wieder ausgeladen wird. Laut einem Bericht im «Anzeiger von Uster» bezeichnet der Kopräsident der GP Uster, Thomas Wüthrich, die Einladung Blochers als «Verrat an der historischen Botschaft des liberalen Feiertags». In einem offenen Brief schreibt Wüthrich, es sei «zynisch und nicht nachvollziehbar», den SVP-Politiker als «Aushängeschild für den emanzipatorischen Geist des Ustertags» zu verpflichten.

SVP-Ortspräsident stellt sich hinter Blocher

Die mutigen Ustermer hätten im Ausland Verfolgte grosszügig Asyl gewährt und sich durch eine Haltung globaler Emanzipation ausgezeichnet. Blocher aber vertrete genau das Gegenteil, nämlich «die Interessen einer Kaste von traditionellen Profiteuren». Gegenüber dem «Anzeiger von Uster» sagte Werner Egli, Mitglied des Ustertag-Komitees, es komme sicher nicht in Frage, Blocher wieder auszuladen. «Der Ustertag ist da, um etwas gegen die Classe politique zu opponieren», sagt Egli – der gleichzeitig Ortspräsident der SVP ist. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.10.2008, 11:35 Uhr

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