Chile hofft auf Webb – Dante auf den ersten Einsatz

Die wichtigsten Fakten zum ersten Tag der WM-Achtelfinals.

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1.

Die Spionage des TV-Senders

Ein Kamerateam des brasilianischen TV-Senders Globo liess nichts unversucht und filmte vom Helikopter aus die unter Ausschluss der Öffentlichkeit angesetzte Trainingseinheit von Chile. Deren Nationaltrainer Jorge Sampaoli reagierte sofort und unterbrach das Training. Erst nach einer Viertelstunde, als der Helikopter abgezogen war, setzte die «Roja» die Übungen fort.

2.

Chiles Sorgen wegen des Schiedsrichters

Die Bilder aus dem Eröffnungsspiel Brasilien - Kroatien sind den Chilenen noch präsent. Die Kroaten hatten sich nach der 1:3-Niederlage betrogen gefühlt. Nicht zuletzt wegen eines Penaltyentscheids von Schiedsrichter Yuichi Nishimura, der zum wegweisenden 2:1 für die Gastgeber geführt hatte. «Ich bin froh, dass wir gegen Brasilien spielen, ich mache mir mehr Sorgen wegen des Schiedsrichters», sagte Chiles Stürmer Alexis Sanchez zur Ausgangslage. Immerhin: Mit Howard Webb wird ein erfahrener Mann die Partie leiten. Der Engländer pfiff das letzte Endspiel vor vier Jahren zwischen Spanien und Holland. Und er stand auch beim letzten WM-Duell im Achtelfinal zwischen Brasilien und Chile im Mittelpunkt. «La Roja» verlor zwar 0:3, an der Leistung von Webb gab es aber nichts zu mäkeln.

3.

Chiles Brasil-Fluch

Zum vierten Mal hat «La Roja» nun an einer Weltmeisterschaft die K.o-Phase erreicht. In den Achtelfinals spricht allerdings wenig für Chile. Bei den bisherigen Versuchen scheiterte es nämlich stets am selben Gegner – Brasilien. 1962 in den Halbfinals, 1998 und 2010 in den Achtelfinals. Acht Spieler des aktuellen Kaders waren schon beim 0:3 vor vier Jahren mit dabei. Von einem möglichen Fluch will aber Chiles Angreifer Alexis Sanchez nichts wissen – er sagt selbstbewusst: «Wenn ich nicht überzeugt wäre, könnte ich meine Tasche nehmen und nach Chile fahren. Wir sind zur WM gekommen, um Weltmeister zu werden.»

4.

Die Chance von Dante?

David Luiz musste das Training der Seleção wegen Rückenschmerzen vorzeitig beenden. Ein Ausfall des Chelsea-Stars könnte die Chance von Dante sein. Der Bayern-Verteidiger kam in den bisherigen Partien noch nie zum Einsatz. Überhaupt sind personelle Retouchen von Brasiliens Coach Luiz Felipe Scolari möglich. An Stelle von Paulinho könnte Fernandinho gegen Chile auflaufen.

5.

Der statistisch beste Spieler

Er gehört zu den Gewinnern der WM. Dies steht schon nach der Vorrunde fest. James Rodriguez konnten sich bisher in jedem Spiel in die Torschützenliste einreihen und hatte damit einen grossen Anteil an den drei Siegen der bisher überzeugend auftretenden Kolumbianern. Rodriguez’ Wert wird aber auch statistisch belegt. Im einer Auswertung der Fifa liegt er mit 9,79 Punkten nach der Gruppenphase an der Spitze. Darin werden nicht nur die Tore, sondern auch die Schussversuche aus der Nah- und Mitteldistanz, sowie das Passspiel bewertet. In die Top-Ten-Liste schaffte es übrigens auch Xherdan Shaqiri. Der Schweizer liegt auf dem 7. Platz aller WM-Akteure.

6.

Der Vater des Erfolgs

Das Lob an Kolumbiens Nationaltrainer José Pekerman kommt von einem seiner Vorgänger. Francisco Maturana hatte Kolumbien 2001 zum Sieg bei der Copa América geführt. Es ist bis heute der einzige internationale Titel. «Die heutige Mannschaft ist ein Kunstwerk», sagt Maturana. Dem pflichtet auch Carlos Valderrama, der frühere Mittelfeld-Star und Rekordnationalspieler (111 Länderspiele) mit der exzentrischen Frisur, bei. «Pekermanns Arbeit verlangt mir Respekt und Bewunderung ab. Er hat die Identität des kolumbianischen Fussballs wiederhergestellt», erzählte der 52-Jährige der «Süddeutschen Zeitung». Kolumbien hat erstmals an einer WM die Achtelfinals erreicht. Die Begeisterung im Land ist riesig. Mit einem Sieg über Uruguay könnte sich Pekerman nun ein Denkmal setzen. Staatspräsident Juan Manuel Santos wollte dem argentinischen Trainer sowieso schon nach der WM-Qualifikation die kolumbianische Staatsbürgerschaft übertragen. Der 64-Jährige zögerte allerdings zunächst. Doch sofern die WM-Reise der Kolumbianer weiter gehen würde, könnte er den Wunsch von Santos wohl nicht mehr ablehnen.

7.

«Wir sind alle Suarez!»

«Todos Somos Suarez – wir sind alle Suarez!» - die Aufforderung der Zeitung «El Pais» ist unmissverständlich. Sie legte ihrer Freitagausgabe ein Poster mit dem für den für vier Monate suspendierten Stürmerstar Luis Suarez bei. Die Aufruhr in Uruguay über die lange Sperre ist gross. «Uns kann nichts stoppen», sagte Captain Diego Lugano mit einer Mischung aus Trotz und Wut. Suarez erhält einige Solidarität von Spielern und Funktionären. Nützen wird sie allerdings wenig. Gegen Kolumbien versucht nun wohl vorerst der 35-jährige Diego Forlan die Lücke von Suarez zu schliessen.

8.

Die möglichen Aufstellungen

Brasilien - Chile. – 18.00 Uhr. – Estadio Mineirao, Belo Horizonte. – SR Webb (Eng).
Brasilien: Julio Cesar; Dani Alves, Thiago Silva, David Luiz, Marcelo; Paulinho, Luiz Gustavo; Hulk, Oscar, Neymar; Fred. – Chile: Bravo; Silva, Medel, Jara; Isla, Mena; Diaz, Vidal; Aranguiz; A. Sanchez, E. Vargas.

Kolumbien - Uruguay. – 22.00 Uhr. - Estadio do Maracana. – SR Kuipers (Ho).
Kolumbien: Ospina; Zuniga, C. Zapata, Yepes, Armero; Aguilar, C. Sanchez; Cuadrado, James, Ibarbo; Gutierrez. – Uruguay: Muslera; Maxi Pereira, Gimenez, Godin, M. Caceres; Arevalo Rios; Alv. Gonzalez, C. Rodriguez; Lodeiro; Forlan, Cavani.

Erstellt: 28.06.2014, 12:28 Uhr

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