China will nun doch den Dialog mit dem Dalai Lama aufnehmen

China reagiert drei Monate vor Beginn der Olympischen Spiele in Peking auf Kritik des Westens. Der Dalai Lama lässt erklären, er sei zu Gesprächen bereit.

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Man wolle in den «nächsten Tagen» Kontakte zu privaten Vertretern des Dalai Lama suchen, meldete die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag unter Berufung auf Regierungsvertreter in Peking. Damit solle «die Voraussetzung für den nächsten Schritt des Dialogs» zwischen beiden Seiten geschaffen werden, hiess es weiter. Die Ankündigung erfolgte am Rande eines Gipfeltreffens der chinesischen Führung mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso in Peking, der erneut eine Aufnahme des Dialogs mit dem Dalai Lama gefordert hatte.

Mit der Ankündigung hat China drei Monate vor Beginn der Olympischen Spiele in Peking eine Wende in seiner Tibet-Politik vollzogen. Bisher hatte die kommunistische Führung alle Forderungen aus dem Ausland, das Gespräch mit dem Dalai Lama aufzunehmen, mit immer neuen Beschimpfungen des religiösen Oberhauptes der Tibeter beantwortet. Wegen der gewaltsamen Niederschlagung von Demonstrationen in Lhasa war Peking in den vergangenen Wochen international heftig kritisiert worden. Click here to find out more!

Das Angebot aus Peking wurde bei der tibetischen Exilregierung im indischen Dharamsala zunächst skeptisch begrüsst. «Die Tatsache, dass die Chinesen erklären, dass sie uns treffen wollen, reicht nicht», sagte Tenzin Taklha, Privatsekretär und Vertrauter des Dalai Lama. «Wir müssen auch die Probleme ansprechen, alles andere wird uns nicht weiterhelfen.» Seine Regierung sei grundsätzlich immer zum Dialog mit China bereit. Er glaube aber nicht, dass Peking zu direkten Gesprächen mit dem Dalai Lama bereit sei.

Erstellt: 11.07.2008, 15:50 Uhr

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