Countdown

Nur für starke Nerven: Mit einem Thriller des Erfolgsautors Jordi Galceran eröffnet das Theater Kanton Zürich die Spielzeit.

Die Kommissarin und ihre Hackerin: Katharina von Bock und Judith Cuénod.

Die Kommissarin und ihre Hackerin: Katharina von Bock und Judith Cuénod.

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Jordi Galceran, 1964 in Barcelona geboren, ist Schauspieler, Regisseur und seit 1982 zunehmend und immer ausschliesslicher als Theaterautor tätig. Schlagartig bekannt wurde er 2003 mit dem Stück «Die Grönholm-Methode», das mittlerweile in ganz Europa zum Dauerbrenner wurde. Thema des überall gespielten Vierpersonenstücks sind die absurden und entmenschlichten Methoden und Assessments, mit denen die Topkader der Grosskonzerne selektioniert werden. 2010 brachte auch das Theater Kanton Zürich (TZ) das Stück auf die Bühne und spielt es bis heute mit grossem Erfolg. Verständlich, dass man erneut auf ein Werk des Katalanen setzt, der «einfach wunderbare Dialoge schreibt», wie TZ-Regisseur Rüdiger Burbach sagt. Zudem, so Burbach weiter, biete das Stück Futter für drei tolle Schauspielerinnen.

Eine von ihnen ist Katharina von Bock in der Rolle der Kommissarin Maria Gerstner. Zusammen mit ihren Assistenten Prager und Schäfer (Gerrit Frers, Daniel Hajdu) und einer Informatikspezialistin (Judith Cuénod) schlägt sie sich die Dienststunden mit privatem Klatsch und Tratsch im Kommissariat um die Ohren. Seit zwei Tagen schieben die Cops den Fall eines als vermisst gemeldeten Kleinkindes vor sich her, bei dem sie völlig im Dunkeln tappen. Zwar hat man die verzweifelte Mutter des Kleinen (Miriam Wagner) zur Einvernahme nochmals auf den Posten gebeten, aber noch immer zeigt sich nicht die geringste Spur. Doch plötzlich spitzt sich die Situation zu: Der Polizei wird per Internet ein Video zugespielt, das zeigt, wie eine als Hexe vermummte Person am Kinderbettchen einen Sprengsatz anbringt und ein Ultimatum stellt … Es beginnen dreissig grauenhafte Minuten zwischen Bangen und Hoffen.

Den Ausgang verrät Burbach natürlich nicht. Aber er hält mit seiner Begeisterung für den Autor und dessen dramatisches Geschick nicht zurück. Galceran verstehe es, die Spannung immer noch um eine Drehung weiter zu schrauben, um dann eine gänzlich unerwartete Wendung zu finden. Einen Thriller auf die Bühne zu bringen, verlange – genau wie eine Komödie – ein hochpräzises Timing und ein subtiles Austarieren zwischen den Emotionen im Stück und denjenigen im Publikum. Gute Nerven sind demnach sehr gefragt.

Premiere: Donnerstag 5. September 20 Uhr. Weitere Vorstellung: Sonntag 8. September, 19 Uhr und Samstag 14. September, 20 Uhr. Eintritt 30 / 18 Franken (Zueritipp)

Erstellt: 04.09.2013, 15:57 Uhr

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