«Dann sind wir auf die Welt gekommen»

Stephan Lichtsteiner glaubt, dass sich die Schweizer Fussballer vor dem Frankreich-Match zu sehr beeinflussen liessen. Für das Spiel gegen Honduras ist er nun sehr zuversichtlich.

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Die Schweiz bereitet sich auf Manaus und Honduras vor. Sie kann das nicht tun, ohne auf das letzte Spiel zurückzublicken. Weil dieser Auftritt gegen Frankreich, das 2:5, tiefe Spuren hinterlassen hat. Gestern, am Tag vor dem entscheidenden Gruppenspiel, sagt Stephan Lichtsteiner: «Wir haben uns davon beeinflussen lassen, dass wir im Vorfeld des Frankreich-Spiels auf das Niveau der Franzosen gehoben worden sind. Dann sind wir auf die Welt gekommen.»

Es ist eine bemerkenswerte Aussage. In einer bemerkenswerten Situation, weil neben dem Rechtsverteidiger in diesen Minuten nach dem Abschlusstraining in Manaus Ottmar Hitzfeld sitzt. Und weil es der Trainer war, der vor dem zweiten Spiel gesagt hatte, dass die Schweiz sich mit Frankreich «auf Augenhöhe» bewege.

Lichtsteiner berichtet nun, dass es in der Mannschaft «zu 100 Prozent stimmt», und deshalb ist er auch «sehr, sehr zuversichtlich» für Honduras. Die Schweiz bräuchte einen Sieg mit sechs Toren Unterschied, um sich ganz sicher für den Achtelfinal zu qualifizieren. Mit mehr als fünf Toren Unterschied aber hat sie unter Hitzfeld in 59 Partien noch gar nie gewonnen, auch erst siebenmal sind ihr mehr als zwei Tore gelungen. Ein Punkt würde genügen für die nächste Runde, wenn gleichzeitig Ecuador gegen Frankreich verliert. Hitzfeld aber sagt: «Wir werden uns nicht erlauben, fahrlässig zu sein und auf ein 0:0 zu spielen. Das ist nicht die Schweizer Mentalität. Wir gehen ins Spiel, um zu gewinnen.» Lichtsteiner erwartet, dass die Mannschaft nicht mehr so viele leichte Fehler macht wie gegen Frankreich und keine Konter zulässt.

Hitzfeld schätzt Honduras als Gegner ein, der sehr schnell nach vorne spielt, im Mittelfeld technisch versiertes Personal hat und mit Costly und Bengtson zwei gross gewachsene Spieler, die gerne mit hohen Bällen eingesetzt werden. «Das wissen wir alles. Wir werden versuchen, unsere Philosophie umzusetzen.» Die Worte lassen erahnen, wie er sich sein Team wünscht. Mit solider Defensive und gelegentlichen Schlägen in der Offensive. So wie in der Qualifikation halt, als die Schweiz gegen nicht allzu prominente Kontrahenten (wie nun auch Honduras) oft erfolgreich war.

Über taktische und personelle Fragen mochte der Deutsche nicht debattieren. Wahrscheinlich ist, dass er die Innenverteidigung verändert und auf Schär statt auf Senderos setzt. Wahrscheinlich ist auch, dass er im Sturm zurückkehrt zu Drmic und Seferovic wieder auf die Bank setzt. Andere Veränderungen sind nicht zu erwarten.

Erstellt: 25.06.2014, 07:20 Uhr

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