Das Ende der alten Rolltreppe

Wer vom Bahnhof Horgen in den Dorfkern will, kann nicht mehr auf die Rolltreppe zählen. Drei Geschäfte vermissen deshalb den üblichen Passantenstrom.

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Gestern um punkt zehn Uhr wurde ein Absperrband um die Rolltreppen am Bahnhof Horgen gewickelt. Bis Ende Jahr ist die beliebte Abkürzung zur Seestrasse gesperrt. In dieser Zeit wird die alte Schlauchüberdachung samt Rolltreppe entfernt, neu wirds breitere Treppen und einen Lift geben.

Die letzten Passanten schlängeln sich aus den rot-weissen Bändern, wenig später laufen die ersten Fussgänger verwirrt um die Absperrung herum. Sie suchen nach einem Durchgang, bis sie merken, dass es keinen Schleichweg mehr gibt. Ab sofort gilt es, die frisch sonnengelb gestrichene Meierhof-Unterführung zu nehmen, von der auf beiden Seiten der Seestrasse behinderten- und für Kinderwagen taugliche Rampen hochführen.

Obwohl manche nun einen kleinen Umweg machen müssen, nimmt die Mehrheit der Passanten den Routinebruch mit Humor. «Dann bewege ich mich halt mal wieder ein bisschen, statt einfach mit der gemütlichen Rolltreppe nach oben zu düsen», sagt Tabea Winzer aus Horgen. Eine Mutter mit Kleinkindern erzählt, sie habe sowieso immer schon die Unterführung genommen. Mit dem Kinderwagen auf die enge Rolltreppe zu steigen sei ihr zu gefährlich gewesen.

Geschäfte verlieren Laufkundschaft

Eine Viertelstunde nach der Absperrung hängt Bauleiter Thomas Frey vorsorglich überall Schilder auf, die anzeigen, wie man ab heute zur Migros an der Seestrasse kommt. Er erklärt, dass jetzt die Vorbereitungsarbeiten für den Abriss der Rolltreppe beginnen: Der Strom wird abgestellt und die Treppe in kleinere Stück tranchiert, damit am 20. August dann ein Pneukran die einzelnen Teile entfernen kann. Auch sei ein Teil des Dachs des Schinzenhofzentrums undicht und werde bei der Gelegenheit geflickt.

Drei Geschäfte sind von der Sperrung der Rolltreppe besonders betroffen, da der Passantenstrom nun zeitweilig nicht mehr automatisch an ihnen vorbeifliesst. Eines davon ist der Blumenladen Eichenberger. Geschäftsleiterin Petra Häuser rechnet fest damit, dass ihr durch den Umbau Einbussen entstehen werden: «Gerade bei Blumen handelt es sich häufig um spontane Käufe, wenn man am Laden vorbeikommt.» Da sie drei- bis viermal pro Woche einkauft, ist sie flexibel genug, erst einmal die Kundenreaktionen abzuwarten. Sie hofft zumindest, dass sich die Anbindung an die Passerelle dafür später umso positiver auswirken wird.

Die beiden weiteren betroffenen Läden, der Coiffeursalon Wermelinger und die Bäckerei Schnyder, dürften unter den Bauarbeiten vorerst noch nicht leiden, beide hatten am Montag Ruhetag. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 12.08.2008, 07:20 Uhr

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