Das Schweigen des Trainers

Der Argentinier Alejandro Sabella lehnt es ab, vor dem Spiel gegen die Schweiz über seine Ideen zu reden, wünscht sich aber fussballerischen Frieden zwischen seinem Land und Brasilien.

Seine Pläne bleiben ein Geheimnis: Argentinien-Trainer Alejandro Sabella.

Seine Pläne bleiben ein Geheimnis: Argentinien-Trainer Alejandro Sabella. Bild: Keystone

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20, 25 Minuten sitzt Alejandro Sabella da. Er spricht viel, eigentlich fast immer, weil er alleine gekommen ist zu dieser Medienkonferenz am Tag vor dem Match gegen die Schweiz. Er wird auch zu allem gefragt, was sportlich relevant ist: Wie wird seine Mannschaft taktisch ausgerichtet sein? Spielt Lavezzi? Und wenn ja: auf welcher Position? Was sind die Stärken der Schweiz? Wie wird die Schweiz spielen? Nur konkrete Antworten geben mag Sabella nicht. Der 59-Jährige sagt stattdessen Sätze wie diesen: «Auch wenn ich schon wüsste, was für ein Spiel auf uns zukommt, würde ich nichts sagen.» Sabella vermutet, dass es Ottmar Hitzfeld später genauso halten wird bei seinem Medientermin in der Arena Corinthians von São Paulo. Ob er richtig liegt? Die Schweizer haben in den vergangenen Tagen kein Geheimnis daraus gemacht, dass sie auftreten wollen wie gegen Honduras. Eher abwartend, defensiv gegen die im Sturm so stark besetzten Argentinier, aber mit schnellen Gegenstössen nach dem Ballgewinn.

Sabella übrigens hat alle drei Gruppenspiele der Schweiz gesehen. Er findet Lob für Messi, den bislang vierfachen WM-Torschützen. Und er erwartet von seiner Mannschaft, dass sie deutlich besser spielt als bisher, weil Argentinien nicht ohne Mühe zu seinen drei Siegen gekommen ist in den Gruppenspielen, zum 2:1 gegen Bosnien-Herzegowina, 3:2 über Nigeria und 1:0 gegen den Iran.

Die Defensive gilt als schwächster Mannschaftsteil. Sabella wünscht sich kompaktere Verteidigungsarbeit. Dass ihm Lavezzi jüngst vor einer Einwechslung mit der Wasserflasche ins Gesicht gespritzt hat, sieht er als «positive Geste». Die Stimmung im Team sei hervorragend. Penaltys hat Sabella nicht üben lassen, zumindest nicht speziell im Hinblick auf die k.o.-Phase. Er glaubt nicht, dass Schüsse im Training als Test taugen, weil doch der Druck im Stadion dann ein ganz anderer sei und sich nicht simulieren lasse. Während Spielen der Albiceleste ist es an dieser WM auf den Rängen wiederholt zu kleineren Scharmützeln und Schlägereien zwischen Brasilianern und Argentiniern gekommen. Die Fifa hat das Sicherheitsdispositiv im Stadion darauf ausgerichtet, weitere Probleme zu verhindern. Sabella wünscht sich, dass sich die Fans korrekt verhalten. Im Prinzip, sagt er, seien die beiden Nachbarländer doch so etwas wie Brüder.

Erstellt: 30.06.2014, 18:16 Uhr

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