Der Bahnhof Dietlikon soll attraktiver werden

Eine Bäckerei, ein Coiffeur- geschäft oder Büros, aber sicher kein Sexsalon: Die SBB möchten den Dietliker Bahnhof teilweise neuen Nutzungen zuführen. Das letzte Wort hat die Gemeinde.

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Der Bahnhof Dietlikon sei in einem trostlosen Zustand, sagt der Bausekretär der Gemeinde, Oliver Steinmann. Und das soll sich bald ändern. Die Grundlage hierfür wird ein Gestaltungsplan der SBB bilden, der am 1. Dezember vor die Stimmbürgerinnen und -bürger kommt. Nicht mehr genutzte Räumlichkeiten sollen geschlossen und der eigentliche Bahnhofsbau sowie die Zahl der Parkplätze sollen erweitert werden.

Keinen Bedarf mehr haben die SBB für den ehemaligen Gepäckraum, der für die heutige Nachfrage zu gross dimensioniert sei, sowie für den Warteraum. SBB-Sprecher Roman Marti: «Wegen des dichten Fahrplans benutzen nur noch wenige Reisende den Warteraum.» Daher biete sich eine andere Nutzung an, von der Reisende mehr profitierten würden.

In der Schalterhalle abstimmen

Vorstellbar wäre zum Beispiel eine Bäckerei, wo die Reisenden bereits am frühen Morgen vor dem Einsteigen in den Zug ein Gipfeli oder Sandwich kaufen könnten. Möglich wären aber auch ein Coiffeurgeschäft oder ein Büro. «Ziel des Projekts soll sein, den Bahnhof für die Reisenden mit zusätzlichen Angeboten attraktiver zu gestalten», sagt Roman Marti. Daher soll auch der Warteraum durch einen Anbau erweitert werden, der sich «harmonisch ins Gesamtbild einfügt», so Marti. Ausdrücklich nicht erwünscht sei aber Gewerbe, das «störe»: sexgewerbliche Betriebe beispielsweise oder auch Verkaufsstände sowie Bestuhlungen im Freien. Marti: «Die Fussgängerströme von und zu den Zügen würden dadurch allzu stark behindert.»

Gemäss dem Gestaltungsplan der SBB sollen ausserdem zu den bestehenden sechs Kurzzeitparkplätzen auf dem Bahnhofsareal sieben neue hinzukommen.

Für die Dietliker Bevölkerungen bringen die Bahnhofspläne der SBB auch eine Neuerung bei den Wahlen. Bisher konnten sie nämlich im Warteraum des Bahnhofs abstimmen. Das wird nach dessen Schliessung nicht mehr möglich sein. Die SBB haben aber bereits eine Ersatzlösung angeboten: Künftig soll die Schalterhalle zum Abstimmungslokal werden.

Nach der Umgestaltung werde sich die Bevölkerung am neuen Bahnhof sicherer fühlen, glauben die SBB. «Weil er durch das erweiterte Angebot wieder belebter wird», wie Roman Marti sagt. In der Vergangenheit sei besonders der Warteraum häufig von gelangweilten Jugendlichen in Beschlag genommen worden, bestätigt der Dietliker Bausekretär Oliver Steinmann. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.11.2008, 21:34 Uhr

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