Der Erfinder

Sind es Gedanken- oder Quantensprünge? Sicher ist: Manuel Stahlberger kann bewusstseinserweiternd wirken.

Musiker Manuel Stahlberger macht auch als Kabarettist eine gute Figur.

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Als Bandleader kennt man ihn bereits, als Comic-Zeichner ebenfalls, und als multimediale Einmann-Band wird Manuel Stahlberger bald landesweit bekannt sein. Und dies zu Recht.

Es ist nicht bloss die Mischung aus lakonischer Melancholie und knochen­trockenem Humor, aus Warmherzigkeit und Kaltblütigkeit, aus Yin und Yang, die Manuel Stahlberger ausmacht. Er begegnet jedem, auch sich selbst, mit derselben Haltung: Unabhängig davon, was wir darstellen, sind wir alle nur ein paar Entscheidungen davon entfernt, zu etwas Grossem oder etwas Erbärmlichem zu werden. Das hat durchaus etwas von östlicher Religion, und von daher ist es nicht überraschend, dass der Künstler in «Neues aus meinem Kopf» auch Reinkarnationen im Programm führt.

Acid-Jass und Cremeschnitte

Allerdings in Form eines absolut unesoterischen Tonbildschau-Computergames. Was geschrieben versponnen klingen mag, beginnt bei Stahlberger immer einfach: simple Sätze, eine Icon-hafte Bildsprache, ein paar wenige Akkorde. Doch fast unbemerkt wird daraus bald ein komplexes Universum. Darin hat Acid-Jass ebenso Platz wie die Verbindung zwischen einer selbst gedrehten Zigarette und der grössten Creme­schnitte der Welt. Wo dabei das Finden aufhört und das Erfinden beginnt, bleibt offen, ja, ist unwichtig.

Es scheint keine Rolle zu spielen, was ins Stahlberger-Universum eindringt, es erscheint anders wieder, als wir es kennen. Alltägliches kommt plötzlich glamourös daher, während grosse Träume im Vorstadtgarten landen – da, wo der Schlagzeuger einer einst bekannten Band den Rasen mäht. Ein Wissenschaftler des Cern drückte es nach einem Stahlberger-Abend einmal so aus: Es sei schon frustrierend, da schlage er sich an einem zig Milliarden teuren ­Institut mit Paralleluniversen herum, die er niemals sehen werde. Und hier schüttle einer einfach mal kurz ein solches aus dem Ärmel. (Zueritipp)

Erstellt: 28.10.2015, 15:32 Uhr

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