Der arme Reiche

Die Rolle des einfachen Manns, der plötzlich sehr reich wird, war Gary Coopers liebste.

Mr. Deeds (Gary Cooper) ist es nicht gewohnt, sich bedienen zu lassen.

Mr. Deeds (Gary Cooper) ist es nicht gewohnt, sich bedienen zu lassen.

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Was macht ein einfacher Mann vom Lande, wenn er plötzlich 20 Millionen erbt und fortan in einer New Yorker Villa lebt? Er rutscht vergnügt das Treppengeländer hinunter. Unten angekommen, kitzelt er die Statue am Treppenpfeiler an der Fusssohle.

Das sind die guten Momente im neuen Leben des Longfellow Deeds (Gary Cooper), und Frank Capra inszeniert sie in seiner oscargekrönten Screwballkomödie von 1936 mit Leidenschaft. Doch sonst ist für Deeds das Leben als Superreicher ein Albtraum: Ein schlei­miger Anwalt (Douglass Dumbrille) will dem Millionär das Geld gleich wieder aus der Tasche ziehen; und die unschuldige Arbeiterin (Jean Arthur), die an den Abenden mit ihm durch New York zieht, ist in Wahrheit eine Journalistin. Jeden Tag füllt eine neue peinliche Geschichte über den «Cinderella Man» die Frontseite ihrer Zeitung. Aber die Zuschauer leiden mit ihm; die Kamera liebt Gary Coopers Gesicht und lässt keinen Zweifel daran, dass er nicht nur ein Kindskopf ist, sondern auch ein Ehrenmann.

Als Deeds beschliesst, seine Millionen an arme Bauern zu verteilen, wird es den Alphatieren im Haifischbecken zu viel. Vor Gericht will man beweisen, dass er verrückt ist und dass man ihm das Geld wieder wegnehmen muss. Die Dramaturgie des Prozesses ist eine emotionale Achterbahn, die in einen der schönsten humoristischen Monologe der Filmgeschichte mündet. Deeds beschreibt den Wahnsinn der sogenannt Normalen – der Psychiater kritzelt derweil vor sich hin, der Richter füllt zwanghaft alle Buchstaben O aus. Das kitzelt, und nicht nur an der Fusssohle. (Zueritipp)

Erstellt: 23.03.2016, 14:53 Uhr

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