«Die Franzosen funktionieren wie eine Maschine»

Der Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld hat grössten Respekt vor dem zweiten Schweizer WM-Gegner – sieht aber sein Team auf Augenhöhe mit Frankreich.

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Die Nervosität war gestern, jetzt ist Frankreich. So sehen das die Schweizer vor ihrem zweiten WM-Spiel. Für Trainer Ottmar Hitzfeld war das 2:1 gegen Ecuador «ein unglaubliches Erfolgserlebnis, ein Sieg des Willens, das setzt Kräfte frei». Er ist überzeugt, dass die Mannschaft nun am Freitag gegen Frankreich mit deutlich weniger Druck spielt, dass sie nach dem ersten Match «gelöster spielt und auch besser in die Partie kommt.» Sein Captain Gökhan Inler denkt nicht anders. Gegen Ecuador hätten sie die Nervosität gespürt, «nach dem tollen Sieg» sei die Mannschaft «besser drauf» und das Frankreich-Spiel kündige sich nun an als «ein nächstes Highlight, ein nächster Final».

Hitzfeld hat höchste Achtung vor dem Gegner, der in der WM-Qualifikation in einer Gruppe mit Spanien zwar selten überzeugte, als Gruppenzweiter in die Barrage musste, dort das Hinspiel in der Ukraine 0:2 verlor, sich dann aber von allem befreite mit einem spektakulären 3:0 im Rückspiel in Paris.

Ein Duell auf Augenhöhe

«Seither tritt die Mannschaft mit unglaublich viel Selbstvertrauen an», so sieht das Hitzfeld und nennt die Qualitäten der Franzosen: Eine starke Defensive, eine sehr flexible Offensive, eine Mannschaft, die das schnelle Umschaltspiel beherrscht. Sein Fazit ist deshalb: «Sie funktionieren wie eine Maschine.» Die Resultate stehen für seine Einschätzung. Seit dem befreienden Triumph in der Barrage haben die Franzosen vier von fünf Partien gewonnen (ein Unentschieden), sie haben in Testspielen die Holländer 2:0 besiegt, Norwegen 4:0, Jamaika 8:0. Und sie haben zum WM-Auftakt beim 3:0 gegen Honduras überzeugt, Real Madrids Benzema erzielte zwei Treffer. Hitzfeld erwartet trotzdem «ein Duell auf Augenhöhe».

Die Aufstellung der Schweizer scheint klar, auch wenn der Coach sagt, er könne personell aus den Vollen schöpfen und werde sich erst am Matchtag entscheiden: Benaglio steht im Tor; Lichtsteiner, Djourou, von Bergen und Rodriguez sind die Verteidiger: Inler und Behrami stehen im defensiven, Shaqiri, Xhaka und Mehmedi im offensiven Mittelfeld; Drmic stürmt. Es ist, bis auf Mehmedi (für Stocker), das gleiche Team wie gegen Ecuador. Hitzfeld erwartet, dass die Schweiz über sich hinauswächst, den Gegner aggressiv stört und nach Ballgewinnen schnell nach vorne spielt – «dann werden wir eine Chance haben».

Erstellt: 19.06.2014, 20:51 Uhr

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