Die Moorlandschaft Chrutzelried wird aufgewertet

Das Chrutzelried ist von der Zivilisation eingekreist. Sein natürlicher Wasserhaushalt ist gestört. Heute beginnen deshalb die Arbeiten an einem neuen Regulierungssystem.

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Zwischen dem Militärflugplatz Dübendorf und dem Bahnhof Schwerzenbach liegt das Chrutzelried. Es ist das letzte Überbleibsel aus einer Zeit, in der weite Teile des Glattals von Mooren überzogen waren. Dank seiner besonderen Pflanzen- und Tierwelt gilt das Chrutzelried heute als Flachmoor und Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung. Doch das naturschützerische Kleinod ist bedroht.

Eingeklemmt zwischen Industrie, Landwirtschaftsflächen, dem Militärflughafen und der Bahnlinie ist es völlig isoliert und wird teilweise arg in Mitleidenschaft gezogen. Denn über die Hänge und Entwässerungssysteme fliesst nährstoff- und mineralstoffreiches Wasser ins Ried. Für die seltenen Moorpflanzen, die sich auf nährstoffarme Verhältnisse spezialisiert haben, ist das Gift. Sie werden durch das Wasser aus der Umgebung gefährdet, wie die kantonale Baudirektion in einer Medienmitteilung schreibt. Kommt hinzu, dass durch die Insellage des Gebiets der jahreszeitliche Wasserhaushalt gestört ist. Bei starken Niederschlägen sind grosse Teile des Moors oft tagelang überflutet, bei anhaltender Trockenheit sinkt der Moorwasserspiegel unnatürlich tief ab.

Heute Montag beginnen deshalb die Arbeiten, um die Situation im Chrutzelried zu verbessern. Verantwortlich dafür ist Pro Natura als wichtigste Grundeigentümerin. Im Mittelpunkt der Arbeiten steht der Bau eines neuen Randgrabens an der nördlichen Grenze des Moors. Dieser soll die seitlichen mineralstoffreichen Zuflüsse ins Kerngebiet des Chrutzelrieds verhindern. Mit regulierbaren Wehren im bestehenden Hauptgraben sollen zudem die jahreszeitlichen Schwankungen reduziert werden. Künftig soll es weder zu einem massiven Absinken des Wasserspiegels noch zu tagelangen Stausituationen kommen. Ziel der Regenerationsmassnahmen ist es, das Moor insgesamt aufzuwerten. Der Fieberklee und der rundblättrige Sonnentau sind nur zwei der zahlreichen Pflanzen, die von der Regeneration profitieren werden.

Wie die kantonale Baudirektion mitteilt, ist jetzt der ideale Zeitpunkt für die Arbeiten. Denn Eingriffe im Moorgebiet sind nicht immer möglich. Während der Fortpflanzungszeit der Tiere und Pflanzen zwischen März und Juli können keine Arbeiten ausgeführt werden. Und im Winter sind die Moorflächen bereits bei geringem Niederschlag bis zur Oberfläche mit Wasser gesättigt, sodass ein Maschineneinsatz beträchtliche Schäden anrichten würde. Verläuft alles nach Plan, ist das Chrutzelried in einem Monat besser geschützt. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 25.08.2008, 07:40 Uhr

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