Die Welt steht kopf auf der Halbinsel Au

Der Schlosspark Au ist in diesen Tagen fest in Kinderhänden. Mittelstufenschüler und -schülerinnen regen im Rahmen der Kulturtage ihre Fantasie an.

Kulturtage der Mittelschulen sind, wenn auf der Au das Gras mit dem Staubsauger gemäht wird.

Kulturtage der Mittelschulen sind, wenn auf der Au das Gras mit dem Staubsauger gemäht wird. Bild: Flurin Bertschinger

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Elisabeth Gaus, Dozentin für Kunst und Design an der Pädagogischen Hochschule Zürich (PHZ), sortiert im Schloss Au ihre Unterlagen. Auf dem einen Blatt stehen die Namen der fünf Schulklassen, die von der Bildungsdirektion des Kantons Zürich für diesen Tag ausgewählt worden sind. Die Sechstklässler der Stadtzürcher Quartierschule Bühl sind mit dabei. Gaus konsultiert auch die Liste mit den Namen der Studenten und Studentinnen der PH Zürich, welche die Kinder betreuen werden. Den minutiös geplanten Tagesablauf kontrolliert sie ein letztes Mal.

Die Kulturtage Au finden zum sechsten Mal statt und sind eine gemeinsame Veranstaltung des Volksschulamts des Kantons Zürich und der PH Zürich. «Zum ersten Mal sind heuer angehende Lehrerinnen und Lehrer am Projekt beteiligt. Ihre Aufgabe ist es, die Eigenaktivitäten der Schüler und Schülerinnen zu verstärken», erklärt Gaus.

Den Teilnehmern steht nicht nur eine Begegnung mit Tanz, bildnerischem Gestalten, Theater, Werken und Musik bevor, sondern ein ziemlich verrückter Abenteuertag. Auf der Insel gelten besondere Regeln. Während des Parcours zu den einzelnen Kreativworkshops stossen die Kinder auf Türen in der Landschaft. Alle gehen rückwärts durch die Eingänge, niemand darf die Insel mit seinem richtigen Namen betreten, der Rasen wird mit einem Staubsauger gemäht, eine Wäscheleine führt hoch in die Bäume, und Wegweiser zeigen nach links, es geht aber geradeaus. «Die Kopfstand-Insel soll die Kinder in eine andere Welt locken und sie zu Fantasien und Ideen anregen, die in die Workshops einfliessen können», erklärt Gaus.

Auch die Schulklasse Bühl durchforscht neugierig und mit grosser Erwartungshaltung den Park. Die Kinder sind fröhlich, sie machen sich aber auch konzentriert an die Aufgaben. Von verstaubter Kultur ist nicht zu sehen. Im Gegenteil: Student Flavio Pitsch arbeitet bei einem der Workshops mit seiner Gruppe via Laptop an einem Animationsfilm.

Auf der Insel begegnen die Kinder den fünf Au-Bewohnern: Monsieur Bucher, dem Baron in den Bäumen, Tomklong, dem Inselmusiker, Barbarina, einer Frau mit wunderschönem Bart, einem Eishockeyspieler im Sommer und Stifelia, einer Frau mit unzähligen Beinen. In deren Rolle sind Schauspieler geschlüpft, die in einer Rahmenhandlung ein Theaterstück aufführen. Was die Kinder in den Workshops erfunden haben, wird ins Schauspiel prompt integriert.

Nach der Schlussveranstaltung auf der Schlosswiese haben die Studierenden am Nachmittag einen letzten Auftrag zu erfüllen. Sie gehen mit ihren Schützlingen zum Rucksackdepot im Schlossportal und nehmen Abschied.

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Erstellt: 24.06.2010, 21:11 Uhr

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