Dielsdorfer Bank profitiert von Finanzmisere

Die Finanzkrise hat weltweit die Wirtschaft fest in ihren Krallen. Während die grossen Banken straucheln, wechseln ihre Kunden zur Bezirks-Sparkasse in Dielsdorf.

Ralf Isken, zufriedener Direktor der Bezirks-Sparkasse Dielsdorf. Die Bank profitiert von den Problemen der Grossen.

Ralf Isken, zufriedener Direktor der Bezirks-Sparkasse Dielsdorf. Die Bank profitiert von den Problemen der Grossen. Bild: Yvon Baumann

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Hiobsbotschaft reiht sich an den Weltbörsen an Hiobsbotschaft. Die grossen Banken sind in Seenot. Dies bringt frischen Wind in die Segel der regionalen und kantonalen Finanzunternehmen. Die Bezirks-Sparkasse Dielsdorf ist ebenfalls gut auf Kurs. Bankdirektor Ralf Isken freuts: «Wir verzeichnen seit den Problemen an den Börsen auffallend mehr Kontoeröffnungen.» Er könne die zusätzlichen Kundengelder aber nicht in Zahlen fassen.

Anders als bei der Zürcher Kantonalbank seien die Schalterhallen der vier Niederlassungen der Sparkasse im Bezirk Dielsdorf nicht überfüllt. «Wir bieten zwar Onlinebanking und Automatenservice an, aber haben unseren Kunden immer die Möglichkeit gelassen an den Schalter zu kommen.»

Darum seien auch bei einem temporären Anstieg von Kunden, die ein Konto eröffnen wollten, genügen Anlaufstellen vorhanden. Isken relativiert aber: «Weil wir schon seit etwa fünf Jahren einen Kundenzuwachs verzeichnen, macht die Finanzkrise für uns nicht so viel aus.» So verzeichne sein Unternehmen in den vergangenen Jahren einen Zuwachs von Kundengeldern zwischen 20 und 25 Millionen Franken. 2007 seien es gar 31 Millionen Franken gewesen. Der Bankdirektor vermutet, dass dies mit der Gebührenpolitik der grösseren Banken zu tun habe. «Der Kunde ärgert sich zu Recht, wenn er immer mehr Geld für die Kontoführung zahlen muss, und wechselt zu uns.» So entrichte der Kunde der Bezirks-Sparkasse weder Gebühren für die Führung seines Lohnkontos noch für den Bargeldbezug an bankfremde Automaten.

In den Filialen der Zürcher Kantonalbank stehen die Neukunden Schlange. Die Bank kann die Eröffnungen und Zuflüsse seit der Finanzkrise bloss schätzen. «Tausende von neuen Kunden pro Monat», sagt ihr Sprecher Urs Ackermann, «und etwa 1 Milliarde mehr Kundengelder monatlich.» Die Raiffeisen verzeichnet «täglich etwa 600 neue Kunden und gewinnt monatlich 1 Milliarde an Neugeldern». Laut Raiffeisen-Sprecher Franz Würth gelte dieser Trend auch im Zürcher Unterland. «Nicht so stark wie in Zürich, dort sind die Grossbanken stärker präsent.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.10.2008, 22:14 Uhr

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