Schuldenkrise

EZB-Direktoriumsmitglied für härtere Bedingungen bei Anleihenkauf

Berlin Die Europäische Zentralbank knüpft ihr Kaufprogramm für spanische oder italienische Staatsanleihen (OMT) an immer härtere Bedingungen.

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So hält es EZB-Direktoriumsmitglied Benoît Coeuré für zwingend erforderlich, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) die Reformprogramme der Länder überwacht.

«Für mich persönlich steht fest: Ohne eine gewisse Beteiligung des IWF sollten wir keine Staatsanleihen kaufen. Dann wird es kein OMT-Programm geben», sagte Coeuré in einem Interview der «Welt» (Freitag).

Der IWF müsse nicht unbedingt als Kreditgeber auftreten, wie er es in Griechenland, Irland und Portugal getan hat. «Aber er sollte weiterhin gemeinsam mit der EU-Kommission und in Verbindung mit der EZB die Reformprogramme überwachen», sagte Coeuré.

EZB-Präsident Mario Draghi hatte sich eine Beteiligung des IWF gewünscht, dies bislang aber nicht zur ausdrücklichen Bedingung für Anleihenkäufe gemacht.

Im Falle einer Überwachung durch den Währungsfonds gäbe es «eine zusätzliche Kontrollinstanz, die weitgehend unabhängig von der europäischen Politik ist», sagte Coeuré im Interview. Die klaren Bedingungen für die EZB-Hilfen sieht er als «eine Absicherung dagegen, dass wir in Zugzwang geraten, Staaten dauerhaft zu alimentieren».

Spekulationen, die Zentralbank werde bei einem wachsenden Druck der Märkte in jedem Fall Anleihen kaufen, trat der Franzose entschieden entgegen: «Wir werden nicht einknicken, sondern nur eingreifen, wenn unsere Bedingungen erfüllt sind. Das werden wir Ihnen beweisen.»

Im Falle Griechenlands schliesst die EZB weitere finanzielle Hilfen von ihrer Seite kategorisch aus. «Wenn die EU-Länder sich darauf einigen, Griechenland mehr Zeit zu geben, müssen sie selbst zusehen, wie sie das dafür nötige Geld auftreiben», sagte Coeuré.

Die EZB werde lediglich ihre Aufgabe erfüllen, die griechischen Banken mit Liquidität zu versorgen, sofern sie solvent seien und ausreichend Sicherheiten bieten könnten. «Aber es muss klar sein, dass die Zentralbank keine Staatsfinanzierung mit der Notenpresse betreibt, weder direkt noch indirekt», betonte Coeuré.

Erstellt: 11.10.2012, 23:42 Uhr

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