Echo der Jugend

Könnte gut sein, dass das räudige Pop-Quartett Froth bald die Welt im Sturm nimmt.

Ungestüm im besten und knuddeligsten Sinn des Wortes: Froth.

Ungestüm im besten und knuddeligsten Sinn des Wortes: Froth.

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Es ist ja zurzeit recht beliebt, das verwehte Glück zu vertonen, das einem eine in den Weiten der USA verbrachte Jugend schenken kann. Dream-Pop nennt sich diese Stilrichtung, von der zahlreiche Variationen existieren, die überzuckerte von Tennis oder die zergrübelte von Beach House.

Das noch ziemlich unbekannte Quartett Froth ist auf seiner Platte «Patterns» um Dream-Pop als Selbstverschwendung bemüht. Es kommt aus El Segundo, einem Küstenkaff unmittelbar neben Los Angeles. Dort scheint die kalifornische Sonne diesen Buben Flausen in die Köpfe gesetzt zu haben: In ihren ausfransenden Surf-Pop-Songs steht der Hall für die reizvollen Unwägbarkeiten des Lebens, der melodisch-lethargische Gesang für die Coolness und die nimmermüde Gitarre für die Aufregung. Dazu kommt die schlitzohrige Naivität des wahlweise Harfen oder Orgeln imitierenden Schoss­instruments Omnichord. So entsteht Musik von bestechender Lässigkeit. Musik, die ohne jegliches Triumphieren die Jugend abfeiert – als Zeit der schaurig-schönen Wirrungen und der grossen Pläne, die einfach da sind, ohne dass sie jemand geschmiedet hätte.

Empfindsam, forsch und gar nicht blöde sind Froth, und das ist eine attraktive Mischung. Die Modebranche jedenfalls ist bereits auf die Band aufmerksam geworden, Hedi Slimane gab eine 13-Minuten-Nummer für eine Modeschau in Auftrag. Und schon sind sie hier, in Good Old Europe, keine drei Jahre nachdem Sänger Joo-Joo Ashworth die Highschool abgeschlossen hat. «Lasst uns surfen gehen», raunen sie uns zu. Ein Meer ist dafür ­unnötig. Die Zeichen stehen auf Aufbruch.

(Zueritipp)

Erstellt: 25.02.2015, 15:59 Uhr

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