Ein Triumph der Standortförderung

Einer der weltweit grössten Werkzeugmaschinenhersteller lässt sich in Winterthur nieder. Am Europahauptsitz der DMG Mori Seiki Europe AG sollen Vertrieb und Service für ganz Europa organisiert werden.

So soll der Europahauptsitz von DMG Mori Seiki in Oberwinterthur Ende 2014 aussehen. Visualisierung des Gebäudes an der Sulzerallee im Stadtteil Neuhegi.

So soll der Europahauptsitz von DMG Mori Seiki in Oberwinterthur Ende 2014 aussehen. Visualisierung des Gebäudes an der Sulzerallee im Stadtteil Neuhegi.

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Für die Standortförderung und die Stadtentwicklung Winterthur ist die Ansiedlung der Mori Seiki Europe AG ein grosser Erfolg. Für Michael Domeisen, Geschäftsführer der Standortförderung Region Winterthur, hat der geplante Hauptsitz von DMG Mori Seiki den Charakter eines «Leuchtturms». Die Ansiedlung sei für den Wirtschaftsraum Winterthur die grösste der letzten zehn Jahre. Durch den Zusammenschluss der deutschen Gildemeister AG mit der japanischen Mori Seiki entstehe das weltweit grösste Unternehmen für Werkzeugmaschinen, das von Winterthur aus den Vertrieb und den Service für ganz Europa organisiere, sagt Domeisen.

Im Winterthurer Entwicklungsgebiet Neuhegi in Oberwinterthur werden durch die Ansiedlung des deutsch-japanischen Joint Ventures zwischen 150 und 200 neue Arbeitsplätze entstehen. Dass sich ein Arbeitgeber dieser Grössenordnung in der Stadt niederliess, ist laut Domeisen der guten Zusammenarbeit zwischen der Standortförderung Region Winterthur, der Stadtentwicklung und dem Eigentümer des Baugrundstücks zu verdanken. «Alle Seiten wollten dieses Projekt realisieren», so Domeisen. «Auch der Swiss Business Hub an der Schweizer Botschaft in Tokio und die Standortförderung des Kantons Zürich haben sich sehr für den Standort in Oberwinterthur eingesetzt.» Dafür, dass bei der Ansiedlung kantonale Steuervergünstigungen eine Rolle spielten, habe die Standortförderung Region Winterthur «keinerlei Anzeichen». Winterthur selbst sei zur Gewährung von Steuererleichterungen gar nicht befugt, da die Steuerhoheit beim Kanton liege, erklärt Domeisen. Auch das kantonale Amt für Wirtschaft und Arbeit, das für die Standortförderung des Kantons Zürich zuständig ist, versichert, dass es keinerlei Steuervergünstigungen gegeben habe.

Implenia verkauft und baut

Die Eigentümerin des Grundstücks, die Implenia AG, wird für den Käufer des 20'000 Quadratmeter grossen Geländes auch das geplante Gebäude errichten. Auf dem Gelände einer ehemaligen Sulzer-Giesserei wird Implenia einen Bürokomplex bauen, in dem DMG Mori Seiki Europe AG Werkzeugmaschinen präsentieren und Kunden empfangen wird. «In der Mitte des Gebäudes befindet sich eine Werkhalle, in der Werkzeugmaschinen ausgestellt werden», erklärt Domeisen. Dabei komme auch ein Kran zum Einsatz, der Maschinen mit einem Gewicht von 40 Tonnen bewegen könne.

Weil die Kunden sich vor Ort die Maschinen anschauen und sich bei neuen Projekten beraten lassen, sei auch die gute Anbindung an den ÖV und den Flughafen für DMG Mori Seiki ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidung für den Standort gewesen, erklärt Fritz Zollinger, Projektleiter Stadtentwicklung in Winterthur. Gemäss Standortförderer Domeisen hat den Entscheidungsträgern der deutsch-japanischen Firma auch die neue Adresse sehr gefallen: «Sulzerallee» wecke in Deutschland wie in Japan sofort Erinnerungen an den Schweizer Maschinenbaukonzern. «Der Name Sulzer ist in der japanischen Maschinenbauszene noch heute ein Begriff», so Domeisen.

Juwel von Winterthur

Für die Stadt- und Wirtschaftsentwicklung von Winterthur spielt das ehemalige Industrieareal zwischen den Bahnhöfen Grüze, Hegi und Oberwinterthur eine zentrale Rolle. Standortförderer Domeisen spricht von einem «Juwel der Stadt Winterthur». Geplant ist ein gemischtes Quartier, in dem Wohnungen gebaut, aber auch Unternehmen angesiedelt werden. Laut Stadtplaner Zollinger soll ein zweites urbanes Zentrum mit Arbeitsplätzen, Geschäften, Restaurants und einem attraktiven Park an der Eulach entstehen.

Mit Burkhardt Compression, Stadler-Rail, Nachfolgefirmen von Sulzer und der Zimmer Medizinaltechnik befindet sich im Umfeld des künftigen Europasitzes von DMG Mori Seiki Europe AG schon jetzt eine Reihe namhafter Industrieunternehmen. Die nahe gelegene International School Winterthur macht den Standort laut Domeisen gerade auch für die Familien ausländischer Fachkräfte interessant.

Erstellt: 04.06.2013, 17:44 Uhr

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