Ein neuer Tag bricht an

Lässt sich Jazz organisiert zelebrieren? Am 30. April finden in Zürich, Winterthur und Uster zehn Konzerte zum 2. International Jazz Day statt.

Bei Lunatic Toys in der WIM sollte es auch am Jazz Day eher bunt zugehen.

Bei Lunatic Toys in der WIM sollte es auch am Jazz Day eher bunt zugehen.

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Fast zeitgleich greifen sie am Dienstag in die Tasten, blasen in ihre Hörner oder wirbeln ihre Drumsticks: Pianist Martin Tingvall im Moods, Baritonsaxerin Corinne Windler im Ustermer Musikcontainer, Drummer Gabriel Hahn im Winterthurer Esse-Club. Na klar: Es ist International Jazz Day! Nur weiss das kaum jemand.

«Dieser Tag befindet sich noch im Aufbau», gibt Reto Bühler zu. Der abtretende Moods-Intendant ist aber überzeugt von der Sinnhaftigkeit eines Jazz Day: «Wir haben für diesen Abend bewusst keine Worldmusik oder anderes programmiert, sondern zwei Jazz-Trios.» Dies auch wegen Thomas Schicker. Der Jazzfan aus Zürich hat letztes Jahr erfahren, dass die Unesco den 30. April zum Internationalen Tag des Jazz ausgerufen hat. «Als Gedenk-, aber auch Aktionstag», betont Schicker und verweist auf damalige Konzerte in Paris, New York, New Orleans mit Grossen des Genres wie Herbie Hancock, Marcus Miller, Barbara Hendricks.

Schicker war von dieser UNO-Initiative derart begeistert, dass er bereits 2012 fünf Konzerte in drei Zürcher Clubs anregte. Ein Jahr später listet er auf seiner Website 27 Konzerte auf, die in gut 20 Jazzclubs, -schulen und an Festivals von Aarau bis Chur, Rorschach bis Genf stattfinden. Dahinter stecke viel Arbeit, räumt er ein, was sich aber lohne. «Der Jazz Day würdigt die Kernwerte des Jazz: Freiheit, Individualität und Vielfalt.»

Die Vielfalt zumindest kommt zum Tragen – nur schon in der Region. Im Mehrspur-Club der ZHdK spielt die hauseigene Big Band, in der edlen Widder-Bar Altosaxer Miguel Zenon aus Puerto Rico, im Ustermer Swissjazzorama das Berner Bläserinnen-Oktett X-Elle. Selbst die WIM, seit 35 Jahren eine Experimentierwerkstatt für schräge und freie Töne, ist mit von der Partie. «Dieser Tag lenkt die Aufmerksamkeit auf jene Musik, die improvisatorische Kreation voraussetzt», sagt Jonas Labhart vom WIM-Team. «Mit Lunatic Toys und Gamra haben wir zwei Trios programmiert, die musikalische Überraschungen garantieren.»

Stilistisch sollen dem Jazz Day Festival keine Grenzen gesetzt sein, betont Thomas Schicker. «Qualitativ jedoch schon.» Moods-Chef Reto Bühler wünscht sich für die Zukunft mehr Strukturen: «Ein fixes Festivalkomitee, das auch für die Programmierung zuständig ist.»

Mehr Infos: www.jazzdayfestival.ch

Veranstalter in Zürich: Rest. Commihalle, IOIC – Institut für incohärente Cinematographie, Kafi für Dich, Moods, Mehrspur, Hotel Widder, Werkstatt für improvisierte Musik (Zueritipp)

Erstellt: 24.04.2013, 13:28 Uhr

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