Erdgas AG verlässt Meilen

Ende Monat räumt der Zürcher Erdgasversorger den Betrieb in Meilen. Alle Angestellten werden künftig in Altstetten arbeiten.

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Die Mitarbeiter und die Gemeinden erfuhren es im März, die Medien diese Woche: Der Werkhof der Erdgas Zürich AG in Meilen wird Ende August geschlossen. Damit werden die Erdgaskunden der Gemeinden Erlenbach, Herrliberg, Meilen, Uetikon, Männedorf, Stäfa und des Ortsteils Feldbach künftig vom Hauptsitz in Zürich-Altstetten betreut. An der Seestrasse geht somit ein 100-jähriges Kapitel zu Ende; der Meilemer Werkhof war die erste und einzige Aussenstelle der Erdgas Zürich im Kanton.

Werkstatt, Lager und Garage im Untergeschoss sowie die Büroräume im ersten Stock müssen bis zum 1. Oktober geräumt werden. Das Gebäude soll danach untervermietet werden. Die Erdgas Zürich AG hat als Eigentümerin bereits entsprechende Inserate in den Zeitungen veröffentlicht, konkrete Rückmeldungen liegen gemäss Gerhard Trütsch, Betriebsleiter des Werkhofs in Meilen, noch keine vor.

Abläufe waren «nicht optimal»

Von der Schliessung betroffen sind zehn Mitarbeiter: Leitungsmonteure, Installationskontrolleure und Energieverkäufer. Sie alle werden künftig am Hauptsitz in Altstetten arbeiten - genauso wie Gerhard Trütsch, der die Leitung der Abteilung Netzbau übernimmt. Er versichert, dass durch die Auflösung des Werkhofs in Meilen keine Qualitätseinbussen für die Kunden entstehen. «Die Leistungen der Firma werden genauso gut gewährleistet wie bis anhin.»

Der Grund für die Schliessung ist - so schreibt die Erdgas in ihrer Mitteilung -, dass zahlreiche Tätigkeiten der Firma in Meilen und in Zürich parallel durchgeführt und «wesentliche Synergien nicht optimal genutzt» worden seien. Dies habe eine Unternehmensüberprüfung im vergangenen Jahr ergeben. Konkret - so sagt Gerhard Trütsch - sollen beispielsweise die administrativen Abläufe vereinfacht werden.

Allerdings sind die fehlenden Synergien nur teilweise der Grund für die Schliessung. «Wesentlicher ist, dass grosse Teile der Sanierung des Gasleitungsnetzes bis heute abgeschlossen sind», sagt Trütsch. Die Sanierung des Leitungsnetzes begann Mitte der Siebzigerjahre und gab dem Werkhof in Meilen eine entsprechende Daseinsberechtigung. Er diente als Lagerplatz und als Verkaufsstelle von Ersatzteilen.

Gas-Zapfsäule bleibt bestehen

Bis zu jenem Zeitpunkt hatten die Gasleitungen in der Schweiz mehrheitlich aus Stahl- und Gusskonstruktionen bestanden. Als die Schweiz 1974 aber durch den Bau der Transitleitung von der Niederlande nach Italien ans internationale Gasnetz angeschlossen wurde, wechselten die Anbieter endgültig vom mit Kohlenmonoxid versetzten Stadtgas zum umweltschonenden Erdgas. Ein Wechsel, der auch das Leitungssystem betraf. In dieser Zeit wurden die Stahlrohre durch solche aus dem Kunststoff Polyethylen (PE) ersetzt. «Dieses Material wird auch bei Wasserleitungen eingesetzt», erklärt Trütsch.

Inzwischen ist der Bedarf an Leitungssanierungen aber so weit zurückgegangen, dass der Werkhof in Meilen nicht mehr gebraucht wird. «Im Vordergrund stehen Unterhaltsarbeiten, die wir aber auch von Zürich aus koordinieren können», sagt Trütsch. Weiterhin betrieben wird die Gas-Zapfsäule an der Esso-Tankstelle. Dieser Bedarf besteht nach wie vor. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 20.08.2008, 07:22 Uhr

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