Es funkt

Zwei Frauen, zwei Temperamente: Die Geschichte hinter dem Konzert zur Saisoneröffnung im Moods begann in der Schweiz.

Weltreisende mit bissigen Texten: Akua Naru.

Weltreisende mit bissigen Texten: Akua Naru.

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Wenn Yilian Cañizares am Mittwoch das erste Saisonkonzert im Moods spielt, holt sie einen speziellen Gast auf die Bühne. Erstmals überhaupt tritt die kubanisch-schweizerische Sängerin und Geigerin, die in Genf lebt, gemeinsam mit der ­US-Rapperin Akua Naru auf. Zusammen-gebracht wurden die beiden 2014 von Moods-Chefin Carine Zuber.

Am Festival Cully Jazz, das Zuber ebenfalls leitet, habe sie Cañizares damals im Publikum von Akua Narus Konzert entdeckt. «Ich stellte die beiden einander vor. Es funkte, und wenig später gingen sie gemeinsam ins Studio.» Cañizares war beeindruckt von Akua Narus Stimme und Poesie und von ihrer aussergewöhnlichen Karriere.

Denn die Hip-Hop-Szene ist immer noch männerdominiert. Ähnlich wie im Jazz sind Frauen wohl toleriert, werden gar gefördert, bilden aber die Ausnahme. Wer gross rauskommt, ist nicht selten absolute Spitzenklasse. Als Akua Naru 2011 auf ­einem kleinen deutschen Label ihr Debüt­album «The Journey Aflame» herausbrachte, stieg sie sofort zum neuen Star des Conscious Rap auf. Die damals 32-Jährige hatte definitiv etwas zu sagen – und wusste auch, wie.

Kein Wunder: Schon als Teenager trat LaTanya Olatunji, so ihr richtiger Name, als MC auf den Strassen ihrer Geburtsstadt New Haven, Connecticut, auf. Um die Welt, die sie sich zu hinterfragen und zu kritisieren anschickte, kennen zu lernen, bereiste sie während Jahren die USA, Asien, Westafrika und schliesslich Europa. 2006 blieb sie in Köln hängen – der Liebe wegen.

Auf ihrer Weltreise hat Akua Naru Augen und Ohren stets offen gehalten. Heute untermalt sie ihre hoch poetischen und sozialkritischen Texte mit einem buchstäblich weltmusikalischen Mix aus Blues, Jazz, Soul, westafrikanischen Harmonien und Rhythmen. Auch ihr im Juni erschienener Zweitling «The Miner’s Canary» wurde international bejubelt.

Auf Yilian Cañizares’ neuem Album «Invocacion» ist Akua Naru in lediglich einem Song zu hören. Im Moods werden sie vier, fünf Lieder zusammen singen. Carine Zuber freut sich: «Da treffen zwei ziemlich verschiedene Temperamente aufeinander. Aber auch die kreolische Folklore Kubas und urbane US-Beats.» Wer weiss: Vielleicht wird das Publikum Zeuge einer sich vertiefenden musikalischen Freundschaft.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.09.2015, 15:01 Uhr

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