Ex-Bermuda kann seine Tore wieder öffnen

Die Einsprache gegen den Umbau des früheren Herrliberger Trendlokals Bermuda ist vom Tisch. Nun kann es unter neuem Namen wiedereröffnet werden.

Gute Aussichten für das ehemalige Bermuda: Künftig soll das Restaurant nicht mehr verlassen am See liegen, sondern wieder von Gästen besucht werden.

Esther Michel

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Lange gingen die juristischen Streitigkeiten hin und her, jetzt aber steht der Wiedereröffnung des ehemaligen Bermudas in Herrliberg nichts mehr im Weg: Der Rekurrent, der sich gegen die erteilte Baubewilligung wehrte, verzichtet auf weitere Schritte. Das kommt überraschend, denn lange hatte er den Umbau mit allen Mitteln blockiert. Esther und Jürg Bühler, die das ehemalige Bermuda vor drei Jahren gekauft hatten, mussten ihre Pläne darum zurückstellen. Das Verkehrsaufkommen sei zu gross und die Lärmbelastung zu hoch, monierte der Innerschweizer Unternehmer, der gut 60 Meter entfernt eine Liegenschaft besitzt. Seine Mieter, die dort wohnten, hätten unter dem Verkehr zu leiden, argumentierte er. Allerdings erfolglos: Zuerst blitzte der Rekurrent bei der Baurekurskommission ab, dann beim Verwaltungsgericht.

Beide Instanzen hielten fest, der Beschwerdeführer sei durch den Umbau nicht persönlich betroffen. Sie zogen sogar in Zweifel, ob seine Liegenschaft überhaupt zu Wohnzwecken genutzt werde. Der Innerschweizer blieb zunächst hartnäckig. Noch im September bekräftigte er gegenüber dem «Tages-Anzeiger» seine Absicht, die abgewiesene Beschwerde ans Bundesgericht zu ziehen. Dies blieb den Bühlers aber erspart: Die Frist ist inzwischen abgelaufen, passiert ist nichts.

Denn zwischen den beiden Parteien ist es zu einer Einigung gekommen – unter fast schon kuriosen Umständen, wie der Rekurrent gestern auf Anfrage sagte. Zufällig seien sich Esther Bühler und er auf der Strasse beim Bermuda begegnet. Sie seien ins Gespräch gekommen und hätten sich einigen können. Dass das erst kurz vor dem Gang vor Bundesgericht möglich war, führt der Rekurrent auf die mangelnde Kommunikation untereinander zurück: «Es ist eben schwierig, wenn beide Parteien darauf warten, bis der andere auf einen zukommt», sagt er. Lösung für den Verkehr gefunden Esther Bühler weilt zurzeit in den Ferien in Afrika und konnte darum gestern keine Auskunft geben. Für sie dürfte sich das zufällige Treffen aber als glückliche Fügung erwiesen haben. Vielleicht hat es aber auch geholfen, dass sich für die Sommersaison ein Gastronomiebetrieb im ehemaligen Bermuda eingemietet hat. Das war dank einer vorübergehenden Genehmigung der Gemeinde Herrliberg möglich. Die Sushi-Kette Yooji’s führte im Strandhaus und im Garten einen kleinen Restaurantbetrieb und nahm sich auch gleich dem Verkehrsproblem an: Ihre Angestellten suchten für die Kunden einen Parkplatz. Da sie dies effizient abwickelten, blieb der befürchtete Suchverkehr an der Seestrasse aus. Diese Lösung überzeugte den Beschwerdeführer offenbar, denn sie ist nun Bestandteil der Einigung mit den Bühlers: Der Parkservice, den das Yooji’s angeboten hat, soll weitergeführt werden. «Dadurch wird der Suchverkehr entschärft, und es entstehen keine langen Kolonnen auf der Seestrasse», sagt der frühere Rekurrent. Zudem, so habe ihm Esther Bühler zugesichert, werde der Raum im ersten Stock nicht für den Gastrobetrieb genutzt. «So kommen nicht noch zusätzliche Gäste ins Bermuda.»

Wann das Restaurant wieder öffnet, ist noch nicht bekannt. Klar ist hingegen, dass mit der Neueröffnung der Name Bermuda endgültig verschwindet – allerdings nicht von Geisterhand, wie man es vom legendären Bermudadreieck im Atlantik kennt, sondern weil die neuen Besitzer mit der Vergangenheit aufräumen wollen: Sie nennen das Restaurant «Goldküste» und versetzen die Gäste damit vom rauen Ozean wieder zurück ans heimische Gewässer. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 09.10.2008, 08:16 Uhr

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