Feriengefühle

Im Rubina steht mit Matti Erbrich neu ein vom «Gault Millau» ausgezeichneter Koch am Herd.

Der neue Küchenchef Matti Erbrich mit Tuna-Pastrami.

Der neue Küchenchef Matti Erbrich mit Tuna-Pastrami.

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Spezialität des Hauses ist eine Variation des Cordon bleu: ein mit Gruyère gefülltes, paniertes Schweinskotelett. Wir sehen es bereits auf einigen Tellern liegen, als wir den Kiesgarten des Rubina betreten. Es gehört zum Inventar, seit Désirée Eggli und Andy Meier das Lokal vor drei Jahren eröffnet haben.

Wir wenden uns an diesem Sommerabend leichteren Gerichten zu – und solchen, die der neue Küchenchef kreiert hat. Seit Juli kocht hier Matti Erbrich; zuletzt war er Chef im Restaurant San Martino in Porto Ronco TI, das vom Gourmetführer «Gault Millau» mit 14 Punkten bewertet wurde. Erbrich hat die Karte des Rubina zum Beispiel um das ausgezeichnete Tuna-Pastrami (17 Fr.) erweitert: marinierte, gepfefferte, kurz angebratene Thunfischstreifen, serviert mit Avocado-Mousse und Melonenkugeln. Sehr gut ist auch das Tatar vom Rind (17 Fr.). Dazu trinken wir Prosecco (8.50 Fr./dl) und Vermentino (8.20 Fr. /dl), beide gut, aber eindeutig zu warm serviert. Die Chefin des Hauses schlägt uns vor, Eiswürfel zu bringen. Wir lehnen dankend ab.

Die Hauptspeisen werden dann bedeckt mit Cloches aus Plastik in den Garten getragen. Die Hauben sind nicht gerade ansehnlich und erinnern an Essen im Spital oder aus der Mikrowelle. Aber sie sind wirksam: Die in Zitronenöl gegarten Saiblingfilets gelangen perfekt auf den Tisch. Freude macht auch der Kartoffelstampf mit Pommerysenf darunter (38 Fr.). Gut sind die Linguine mit Eierschwämmen, Basilikum und Cherrytomaten (30 Fr.).

Zum Fisch wählen wir einen traditionell ausgebauten, aber erstaunlich kräftigen Pinot noir aus Teufen ZH (8.90 Fr. / dl), zu den Teigwaren einen recht spritzigen Tempranillo namens Ibéricos (8 Fr. / dl). Die Rubina-Weinkarte ist nicht übergross, aber sie hält, insbesondere für Liebhaber von Bordeaux-Weinen, einige preiswerte Flaschen bereit.

Ein echter Hit ist die Schoggicrème brûlée (12 Fr.) zum Schluss. Eine extrem dichte Mousse au Chocolat ist bedeckt mit einer Kruste aus caramelisiertem Zucker. Und wenn etwas gut ist, kriegt man Appetit auf mehr – in diesem Fall auf ein Schnäpschen. Die Auswahl ist aussergewöhnlich – es finden sich zahlreiche osteuropäische Feuerwasser, etwa der feine Brandy aus den Karpaten (12 Fr.) – ein Feriensouvenir der Chefin. Und fast wie in den Ferien fühlen wir uns.

Hauptspeisen 30–52 Franken (Zueritipp)

Erstellt: 04.09.2013, 16:19 Uhr

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