Forchbahn wird in die Schranken gewiesen

Der erste Bahnübergang der Forchbahn ist erfolgreich gesichert. Bis 2014 folgen die restlichen 49 Stellen.

Der Übergang bei der Station Zollikerberg hat jetzt Barrieren.

Der Übergang bei der Station Zollikerberg hat jetzt Barrieren. Bild: Michael Trost

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Seit Dienstag verhindern Bahnschranken an der Station Zollikerberg ein Zusammenprallen von Bahn und Fussgängern. Schnell noch über die Gleise rennen – damit ist es nun vorbei. Den Leuten sei dies egal, vielmehr würden sie sich über die neuen Schranken freuen, sagt Oliver Gehring, der als externe Bauherrenunterstützung der Forchbahn amtete. Die Leute würden sich nun sicherer fühlen.

Dass die Strecke der Forchbahn nicht ungefährlich ist, zeigt die Statistik: Zu acht Unfällen kam es im letzten Jahr alleine bei den ungesicherten Bahnübergängen. Bis 2014 müssen sie alle verschwunden sein, so will es das Bundesamt für Verkehr. Da die Forchbahn auf der Strecke Rehalp–Esslingen nicht mehr als Tram, sondern als Eisenbahn fährt, müssen auch hier Sanierungen vorgenommen werden. Auf den 12 Kilometern werden deshalb in den nächsten vier Jahren 50 Bahnübergänge angepasst, von denen erst die Station Zollikerberg fertiggestellt worden ist. Welcher Übergang als nächster in Angriff genommen wird, kann Gehring nicht sagen, die Bewilligungsverfahren seien aber im Gange. Er rechne damit, dass ab der zweiten Jahreshälfte weitere Schranken angebracht werden können.

Gemeinden müssen mitzahlen

Im Vorfeld der Sanierungen waren verschiedene Sicherheitslösungen im Gespräch. Entschieden hat man sich schliesslich dazu, bei allen Übergängen Barrieren anzubringen. Eine physische Trennung sei viel sicherer als ein leicht zu ignorierendes Warnblinken.

Die Sanierung eines Bahnübergangs kostet 500 000 bis 600'000 Franken. Bei der Finanzierung gilt die Verhandlungsbasis halbe-halbe. Der eine Teil wird von der jeweils betroffenen Gemeinde als Strassenhalterin, der andere von der Forchbahn AG getragen. Laut Gehring hat man sich bisher stets einigen können. So auch bei einem Konzept in Küsnacht, wo der Übergang beim Lehenwisweg gesichert werden soll. Die Gemeinde steuert 300'000 Franken bei. Im Zollikerberg hingegen war eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde nicht nötig. Die Forchbahn AG übernahm die Kosten vollständig, da es sich um einen Übergang von Bahnsteig zu Bahnsteig handelt.

Beschwerden sind laut Gehring noch keine eingegangen. Weder für Bahnübergänge, bei denen Schranken angebracht werden sollen, noch bei solchen, die zusammengelegt oder geschlossen werden. Vor allem in Maur müssen private Querungen zusammengefasst werden: An einigen Stellen sei es gefährlich, die Schienen zu traversieren. Im Bereich Heuberg sei deshalb geplant, sieben private Übergänge durch einen gesicherten zu ersetzen. «Für alle geschlossenen Übergänge wird aber eine zumutbare Ersatzlösung gefunden», sagt Gehring. Dies könne zur Folge haben, dass jemand vielleicht ein wenig länger fahren müsse, bis er die Gleise über¬queren könne. «Wichtig ist jedoch: Die Forchbahn will niemanden schikanieren, sondern mehr Sicherheit schaffen.»

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Erstellt: 24.06.2010, 20:56 Uhr

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