Für die Kosten kommen die Erben auf

Die Organisatoren des 15. Kilchberger Schwinget verzichten auf Sponsoren, obwohl Festzelte und Tribünen 230'000 Franken kosten. So will es die Stiftung «Huber-Fond».

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Für den Schwingklub Zürich ist die Ausgangslage komfortabel: Sie darf in Kilchberg alle sechs Jahre ein Schwingfest organisieren und die besten Schwinger der Saison einladen – koste es, was es wolle. Die nötigen Mittel stellt ihr die Stiftung «Huber-Fond» zur Verfügung. Für die morgige 15. Austragung des Kilchberger Schwinget beläuft sich allein die Miete für Festzelte und Tribüne auf rund 230'000 Franken. Einnahmen vom Ticketverkauf gibt es nicht, denn die 12'300 Eintrittskarten gehen an die Schwingerverbände, ein kleiner Rest bleibt für die Einwohner Kilchbergs.

Fürs vaterländische Volksspiel

So festgelegt hat es Emil Huber, der Gründer des Schwingfests, 1933 mit der Errichtung der Stiftung «Huber-Fond». In der Stiftungsurkunde heisst es denn: «Zweck der Stiftung ist die Beschaffung der notwendigen Mittel, dem Schwingklub Zürich zu ermöglichen, periodisch einen Freundschaftsschwinget durchzuführen und dem Schwingen, unserem vaterländischen Volksspiel, in treuer Anhänglichkeit zu dienen.»

Die Stiftung hält sich bis heute daran. «Wir wollen den ursprünglichen Geist des Kilchberger Schwinget aufrechterhalten», sagt Peter Conzett. Er ist der Grossneffe von Emil Huber, Stiftungsratspräsident des «Huber-Fond» und in dieser Rolle Mitglied im Organisationskomitee des Kilchberger Schwinget. Conzett sagt aber auch: «Es ist tatsächlich eine schwierige Auflage, die uns Emil Huber gemacht hat.» Doch als es um das nötige Geld für Festzelte und Tribünen auf dem Stockengut ging, war für die Stiftung klar, dass sie das Geld beschaffen würde.

Gewinn aus Ranglistenverkauf

«Sicher ist es ein Privileg, wenn man das Stiftungsprinzip so aufrechterhalten kann», sagt Alex Vannod, Obmann der Erbengemeinschaft Emil Huber und ebenfalls ein Grossneffe des Schwinget-Gründers. Aber schliesslich habe Huber damals viel Geld verdient, und das erlaube der Stiftung, heute grosszügig zu sein.

Stellt sich die Frage, wie lange die Stiftung ihr Sponsoring noch aufrechterhalten kann – schliesslich steigen Ansprüche und Ausgaben von Jahr zu Jahr. «Für die Geldbeschaffung haben wir jetzt wieder sechs Jahre Zeit», sagt Alex Vannod.

Und einen gewissen Gewinn sollte es aus Sicht von Peter Conzett denn auch am Sonntag noch geben. Man verkaufe ja die Zwischenranglisten (1 Fr.), die Schlussrangliste (2 Fr.), verlange Gebühren für den Parkplatz (10 Fr.) und hoffe auf ein gutes Geschäft in den Festwirtschaften. «Und die läuft besser, wenn das Wetter gut ist», sagt er und hofft deshalb – trotz mittel-mässiger Wetteraussichten – auf durstige Schwingerfreunde. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.09.2008, 21:36 Uhr

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