Fussballer opfern eines ihrer Spielfelder

Der Pfäffiker Gemeinderat und die Eugen Seitz AG haben sich über den Landkauf in Witzberg geeinigt. Die Wetziker Firma braucht aber mehr Bauland, als ursprünglich geplant.

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An der Frühlings-Gemeindeversammlung stimmten die Pfäffiker Stimmberechtigten deutlich für den Kauf eines über 14'000 Quadratmeter grossen Grundstücks im Industriegebiet Witzberg. Der Gemeinderat beabsichtigte schon damals, diese Parzelle anschliessend der Wetziker Eugen Seitz AG weiterzuverkaufen. Die Firma will ihren Firmensitz nach Pfäffikon verlegen. Nun sind die Verträge zwischen Gemeinde und Firma unterschriftsreif.

Im Laufe der Verhandlungen signalisierte das in der Ventiltechnologie tätige Unternehmen allerdings Interesse an zusätzlichem Bauland. Für Eugen Seitz sind zusätzliche Baulandreserven wichtig, weil das Unternehmen weiter expandieren will. Den bisherigen Standort in Wetzikon gibt die Firma der fehlenden Entwicklungsmöglichkeiten wegen auf.

Baulandreserven, wie von Seitz gewünscht, sind in direkter Nachbarschaft zum ersten Grundstück vorhanden. Auf dem rund 11'000 Quadratmeter grossen Areal befindet sich heute allerdings das erst vor wenigen Jahren erstellte vierte Fussball-Spielfeld der Sportanlage Barzloo. Wie der Gemeinderat mitteilte, möchte er für das Unternehmen günstige Voraussetzungen schaffen. Dies sei auch im Sinne des neuen Leitbildes von Pfäffikon, mit dem man neue, attraktive Unternehmen anziehen möchte.

Fussballer sind einverstanden

Nach Angaben des Gemeinderates habe man sich mit dem Fussballclub Pfäffikon (FCP) bereits darauf geeinigt, das betreffende Spielfeld zu veräussern. Die Sportanlage Barzloo befindet sich im Besitz der Gemeinde. Um den wegfallenden Platz zu kompensieren, wollen die Verantwortlichen von Gemeinde und FCP anstelle des sanierungsbedürftigen Allwetter-Platzes (Sandplatz) ein modernes Spielfeld mit Kunstrasen bauen. Mit der Eugen Seitz wurde vereinbart, dass die Gemeinde den Verkaufstermin bestimmt und den Platz noch während maximal fünf Jahren weiter benutzen kann.

Das letzte Wort hat allerdings die Gemeindeversammlung im September. Dann wird darüber entschieden, ob das Fussballfeld überhaupt veräussert wird. Bei einem Nein wäre der Kauf des gesamten Areals durch die heute in Wetzikon domizilierte Firma fraglich. «Die Firma Eugen Seitz AG hat sich das Recht ausbedungen, in diesem Fall nochmals eine Standortbestimmung durchzuführen», räumte der Pfäffiker Gemeindeschreiber Hanspeter Thoma ein. Prognosen über den Ausgang des Geschäfts mochte Thoma nicht stellen. Klar ist, dass die Rechnungsprüfungskommission die Annahme des Geschäfts empfiehlt. Der Preis für das erste, 14'000 Quadratmeter grosse Grundstück liegt bei rund 5,7 Millionen Franken. Laut Thoma leiste die Eugen Seitz eine Anzahlung in der Höhe von 250'000 Franken. Für den Kauf der zweiten Parzelle würde die Anzahlung eine Million Franken betragen. Einen genauen Verkaufspreis für das zweite Grundstück könne man nicht nennen, weil dieser der Teuerung angepasst werde und er sich dadurch je nachVerkaufszeitpunkt verändern könne, hiess es.

Der Verkauf ist auch für den FCP von Interesse: Die Fussballer können nämlich erst dann mit einem Kunstrasenfeld rechnen, wenn der Verkauf tatsächlich getätigt worden ist – also spätestens in fünf Jahren, wie der Gemeindeschreiber erklärte. Die Bruttokosten dafür werden sich auf 1,44 Millionen Franken belaufen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 28.08.2008, 08:44 Uhr

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