Geratrium will sich von Landreserve trennen

Durch Umzonungen soll aus dem Areal um das ehemalige Spital Pfäffikon wertvolles Bauland für private Eigenheime werden. Der Landverkauf ist aber nicht ohne Tücken.

Der Obstgarten soll überbaut werden.

Andreas Frei

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Auf über 20'000 Quadratmetern Land rund um das Geratrium - das ehemalige Pfäffiker Kreisspital - sollen schon in absehbarer Zeit Eigenheime entstehen. Die heute für öffentliche Gebäude reservierten Parzellen sollen dazu umgezont werden. Das entsprechende Vorhaben wurde gestern ausgeschrieben. Die Grundstücke nördlich und südlich des heutigen Geratriums waren ursprünglich vor allem als Reserveland für allfällige Spitalausbauten gedacht.

Nachdem das Kreisspital 1999 geschlossen wurde, ist inzwischen klar, dass der heutige Betrieb des Geratriums als Alterszentrum die Landreserven nie benötigen wird. Sie sollen darum verkauft werden - insbesondere, weil der Geratriums-Zweckverband in absehbarer Zeit aufgelöst wird. Der Erlös aus den Landreserven könnte dann anteilig unter den Zweckverbandsgemeinden verteilt werden.

Auch Gärtnermeister wollen Land

Unabhängig vom jetzt bekannt gewordenen Gestaltungsplan läuft das Projekt des Zürcher Gärtnermeisterverbandes weiter. Dieser will auf der Pfaffbergwiese sein neues kantonales Ausbildungszentrum bauen und dafür einen gut 11 500 Quadratmeter grossen Teil der Pfaffbergwiese kaufen. Meinungsverschiedenheiten zwischen Gärtnermeisterverband und Kanton, die zu erwartenden Subventionen betreffend, blockieren das Projekt allerdings im Augenblick noch.

Komplizierter Landverkauf

Der nun geplante Verkauf von Landreserven an Private ist aber komplizierter als der an die Gärtnermeister. Grund: Das Ausbildungszentrum ist an seinem Standort zonenkonform, Eigenheime wären es derzeit noch nicht. Die Parzellen des Spitals gehören heute noch in die Zone für öffentliche Gebäude. Für einen Verkauf an Private, die darauf bauen wollen, müssen die Grundstücke erst umgezont werden. Dies soll nach dem Willen der Verantwortlichen des Geratriums schon bald geschehen. Bereits im nächsten Frühling könnte sich die Pfäffiker Gemeindeversammlung mit dem Geschäft befassen. Im folgenden Sommer würden dann die Verkäufe starten. Nach Angaben der Gemeinde haben sich bereits verschiedene Interessenten gemeldet.

Gemeinde will Grundstücke nicht

Wie die Zuständigen des Geratriums in den Unterlagen zum Gestaltungsplan schreiben, soll beim Verkauf auf «maximale Gewinnoptimierung» geachtet werden. Die «Verwertung soll baldmöglichst erfolgen, damit der heutige Zweckverband rechtzeitig aufgelöst werden kann», heisst es weiter. Kanton und Gemeinde seien am Kauf nicht interessiert.

Total will der Zweckverband etwas mehr als 20 000 Quadratmeter Land veräussern. Diese Fläche verteilt sich auf zwei Bereiche nördlich und südlich des Geratriums (siehe untenstehenden Plan). Die Fläche der Parzelle Nord beträgt rund 4700 Quadratmeter. Sie soll nach dem Willen der Verantwortlichen der Wohnzone W2/1.9 zugeschlagen werden. Es könnten dann Einfamilienhäuser, Doppeleinfamilienhäuser, Reiheneinfamilienhäuser oder kleine Mehrfamilienhäuser gebaut werden. Deren Höhe beträgt gemäss Zone maximal 7,8 Meter.

Wesentlich grösser ist die Parzelle Süd, auf welcher das ehemalige Krankenasyl und heutige Haus Buche des Geratriums steht, das als Schutzobjekt inventarisiert ist. Dem will der Zweckverband Rechnung tragen. «Der private Gestaltungsplan Steinmüri bezweckt die Neuüberbauung des Areals unter respektvoller Einbindung des ehemaligen Krankenasyls sowie der Baumallee in der Achse der Spitalstrasse», heisst es. Überbaut würde hingegen der Obstgarten unterhalb des alten Gebäudes. Das Haus Eiche an der Bachtelstrasse, welches als Schwesternhaus erbaut worden war und heute von der Gemeinde als Asylantenunterkunft benutzt wird, soll abgebrochen werden. Der Gemeinderat beschäftigt sich bereits mit der Suche nach neuen Unterkünften.

Orientierung in Richtung See

Den Unterlagen zum Gestaltungsplan ist zu entnehmen, dass das fast 15 800 Quadratmeter grosse Areal Süd in die Wohnzone W2/1.4 umgezont werden soll. Wie im Bereich Nord wären dann auch hier Einfamilienhäuser, Doppel- oder Reiheneinfamilienhäuser oder kleine Mehrfamilienhäuser möglich. Im Maximum dürften die neuen Bauten 7,5 Meter hoch werden. Sie sollen alle nach Süden orientiert sein. Die Parkplätze will man unter den Boden verlegen, und alle Neubauten würden im Minergie-Standard realisiert.

Das Geratrium führt am Montag, 25. August, einen Informationsanlass zu den Zonenplan-Änderungen durch. Beginn um 19.30 Uhr im Haus Chriesibaum. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.08.2008, 13:53 Uhr

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