Grosse Kunst

DJ Sotofett kann niemand stoppen. Er steht für eine radikal ehrliche Clubkultur.

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DJ Sotofett spielt gerade den Clubklassiker «Beau Mot Plage», und da passiert es. Eine Tänzerin legt los. Sie macht einen Breakdance. Im Deuxpièces. So war das vor ein paar Jahren in Kambo, einem Kaff fünfzig Kilometer südlich von Oslo, während draussen die Mittsommernacht nicht eindunkeln wollte. Wir befanden uns im Herzland von DJ Sotofett. Wo sich Reggae auf Reggi buchstabiert. Und Deep House auf Dyphus.

Irgendwann hat einem dieser Mann geschrieben: «We don’t select these styles, we live these styles.» Ja, man kann von bedingungslosem Stilwillen sprechen, vor allem ist DJ Sotofetts Label Sex Tags Mania aber dies: ein Gesamtkunstwerk. Die Platten pendeln zwischen Noise und Disco, meist aber ist es House mit Anspruch, das da erscheint. Das Label-Design ist so frech wie sein Motto: «Graffiti can’t be stopped.» Sex Tags Mania ist ergo die Wand, auf der DJ Sotofett und sein Bruder DJ Fett Burger die Vinyl-Veröffentlichungen ihres Labels sprayen. Analoge Clubmusik, die spritzt und stolpert, groovt und gruselt. Und auch einmal traurig ist. Das lässt die Fans vor Zuneigung erglühen. Es ist die radikale Ehrlichkeit an diesem Label, die fasziniert.

Und dann ist da der Ausnahmeproduzent DJ Sotofett. So manches Meisterwerk hat er produziert, etwa seine Platte für das renommierte Londoner Label Honest Jon’s. Besonders schön aber ist sein Track «Pulehouse» – weil sich da drin plötzlich ein siebter Himmel auftut. Dyphus. Im Reggi Mix. (Züritipp)

Erstellt: 30.11.2016, 17:47 Uhr

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