Hallenbad-Information – wo blieben die Gegner?

Am Samstag haben in Kilchberg Behörden und Fachleute über die umstrittene Hallenbadsanierung orientiert. Für einen politischen Schlagabtausch aber fehlten die Gegner von der SVP.

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Per Flugblatt hat die SVP die Sanierung des Hallenbads für 16,5 Millionen Franken torpediert und stattdessen einen Neubau für 11 Millionen Franken verlangt. Zum erwarteten Polit-Pingpong für und wider die Abstimmungsvorlage vom 28. September aber kam es an der öffentlichen Informationsveranstaltung der Gemeindebehörde im Hallenbad Hochweid gleichwohl nicht. Aus einem simplen Grund: Die Gegner der Vorlage blieben der von rund 50 Personen besuchten Vormittagsveranstaltung offensichtlich fern – oder outeten sich nicht. So konnten die Gemeindebehörden und ins Projekt involvierte Fachleute denn auch unwidersprochen ihre Sicht der Dinge darlegen. Und die vermeintliche Diskussionsrunde nach einem vorgängigen Hallendbadrundgang mit Erläuterungen zur Abstimmungsvorlage wurde zur blossen Fragerunde. Durch Abwesenheit glänzten namentlich die SVP-Exponenten, mit Ausnahme von Werk- und Tiefbauvorstand Arnold Suter. Dieser wollte seine Teilnahme am Info-Anlass aber ausdrücklich in seiner Funktion als Gemeinderat und nicht als Parteivertreter verstanden wissen.

«Anderweitige Verpflichtungen»

Scheut die SVP im Hallenbadstreit also die direkte politische Auseinandersetzung oder hat sie den Anlass gar bewusst boykottiert? «Weder – noch», sagt Kilchbergs SVP-Präsident Mike Steiger. «Unsere Vorstandsmitglieder waren durch anderweitige Termine oder Verpflichtungen schlicht verhindert», rechtfertigt der SVP-Präsident das Abseitsstehen seiner Partei. Er selber sei beispielsweise während der Info-Veranstaltung in seiner Funktion als Strassenmeister der Gemeinde für das Organisationskomitee des Kilchberger Schwinget im Einsatz gestanden. «Die SVP aber wird bis zum Abstimmungstermin sicher nicht untätig bleiben», gibt sich Steiger weiterhin kampfeslustig. Dass SVP-Exponenten und andere Gegner sich nicht an der öffentlichen Informationsveranstaltung zu Wort meldeten, bedauert Gesundheitsvorsteherin Susanne Büchi (parteilos): «Wir hätten deren Argumente gerne im direkten Gespräch gekontert», sagt sie.

«Lebensqualität erhalten»

Bei ihren Erläuterungen zur Vorlage wiesen Susanne Büchi, Hochbauvorstand Jean-Marc Groh (FDP) und Gemeindepräsident Hans-Ulrich Forrer (FDP) darauf hin, dass es bei der Schwimmbadsanierung auch um den Erhalt eines Kilchberger Treffpunkts und um Lebensqualität in der Gemeinde gehe. Um sich gegen finanzielle Überraschungen zu wappnen, habe der Gemeinderat mit der zuständigen Generalunternehmung einen verbindlichen Festpreis vereinbart. Aus Kostengründen habe man zwar auf eine Rutschbahn, eine Erweiterung des Wellnessbereichs und auch auf ein Aussenbecken verzichtet, räumte Büchi ein. Ein neues Planschbecken und der neue Eingangsbereich mit Bistro und Badeshop brächten nebst der dringenden Sanierung immerhin auch eine moderate Attraktivitätssteigerung.

Publikumsfragen zur Energie

Die Fragerunde zum Schluss der Veranstaltung drehte sich vor allem um energetische Themen der Hallenbadsanierung. Ingenieur Daniel Krebs von der Generalplanerin Hunziker Betatech AG bestätigte dabei, dass auf der Haupthalle Sonnenkollektoren installiert würden.

Dank Wärmerückgewinnung aus Abluft und Abwasser und neuer Verglasung könne zwar massiv Energie eingespart werden. Eine Verschärfung der Hygieneauflagen habe indes umgekehrt zur Folge, dass in ähnlichem Umfang mehr Energie als bisher für die Warmwasseraufbereitung aufgewendet werden müsse.

Nur ganz kurz zur Sprache kam an der Info-Veranstaltung der von der SVP geforderte Abbruch und Neubau des Hallenbads. Damit entstünden bloss Mehrkosten in Millionenhöhe, vergeude man graue Energie und viel Zeit, waren sich Behörden und beigezogene Fachleute an der Info-Veranstaltung einig. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 07.09.2008, 20:44 Uhr

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