Herrliberg plant ein neues Jugendhaus

In Herrliberg soll das «Eglihaus» für 1,3 Millionen Franken umgebaut werden. Die Gemeinde will so ihren Jugendlichen mehr Platz geben - und ihnen Verantwortung übertragen.

Ernst Frei, Fabienne Bohnenblust und Patrick Frank im Treppenhaus, das abgerissen werden soll. (Bild: Sabine Rock)

Ernst Frei, Fabienne Bohnenblust und Patrick Frank im Treppenhaus, das abgerissen werden soll. (Bild: Sabine Rock)

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Gedrängter Terminkalender im Herrliberger Gemeinderat: 24 Stunden vor der gestrigen Gemeindeversammlung hat die Exekutive beschlossen, das «Eglihaus» bei der Büchsenschmitte renovieren zu lassen. Das Gebäude aus dem Jahre 1765 soll für knapp 1,3 Millionen Franken umgebaut und danach als Jugendzentrum eröffnet werden. «Ein neues Jugendhaus wird seit Jahren gewünscht», sagt der zuständige Gemeinderat Ernst Frei (SVP). Das Provisorium, in dem die Jugendlichen seit 2001 untergebracht sind, sei zu klein für sinnvolle Jugendarbeit. «Deshalb hoffe ich, dass die Bevölkerung dem Kredit zustimmen wird.»

Bisher seien Jugendthemen Sache der Gemeinde gewesen. Nun habe das Volk erstmals die Möglichkeit, zum Thema Stellung zu beziehen. Das Geschäft wird an der Gemeindeversammlung vom 26. November zur Abstimmung gebracht.

Kein Platz für Vier-Augen-Gespräche

In der ehemaligen Wagnerei beim Oberstufenschulhaus haben bis vor einem Jahr Asylbewerber gewohnt. Das Haus soll so umgebaut werden, dass es nicht nur als Jugendhaus, sondern auch zum Wohnen oder für Ateliers genutzt werden kann. Man plane längerfristig, sagt Frei. «Schliesslich wissen wir nicht, wie die Jugendarbeit in 20 Jahren aussieht.»

Bei einem Umbau würde das Treppenhaus abgerissen und aussen am Gebäude angebracht. Dadurch entsteht mehr Platz im Hausinneren. Den Jugendarbeitern würden dadurch vier Räume zur Verfügung stehen, einer im Erdgeschoss, einer im Obergeschoss und zwei im Dachstock.

«Für unsere Arbeit wäre das eine sinnvolle Veränderung», sagt Co-Jugendarbeiter Patrick Frank. So könnten etwa ein Workshop und ein Diskussionsanlass auch parallel durchgeführt werden.

Dies ist im aktuellen Jugendtreff an der Forchstrasse nicht möglich. Dort misst der Raum knapp 50 Quadratmeter, ein separates Zimmer gibt es nicht. «Mehr als 15 Personen», sagt Frank, «haben darin nicht Platz.» Schwierig seien auch Gespräche mit Jugendlichen unter vier Augen. «Es fehlt an Rückzugsmöglichkeiten.» Zudem haben Frank und seine Kollegin Fabienne Bohnenblust kein eigenes Büro, geschweige denn einen Raum, den sie abschliessen können. «Das würde nur schon aus Datenschutzgründen Sinn machen.»

Frank und Bohnenblust freuen sich, dass der Gemeinderat grünes Licht für das Jugendhaus gegeben hat. Sie wollen in den kommenden Wochen die Bevölkerung detailliert über ihre Arbeit informieren. «Wir möchten kein klassisches Jugendhaus», sagt Frank. Eher gäbe es ein Kulturzentrum für Jugendliche, in dem nicht nur rumgehangen werde. «Die Jugendlichen sollen Verantwortung übernehmen und selber gestalten.» Etwa innerhalb eines Theater- oder Tanzkurses, beim Kochen oder beim Reparieren von Velos oder Mofas. Noch sei unklar, ob man eine Werkstatt einbauen wolle, sagt Frank. «Klar ist aber, dass künftig mehr Jugendliche ins neue Jugendkulturzentrum kämen als heute.»

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 02.10.2008, 08:44 Uhr

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