Illnauer Chilbi zum letzten Mal auf dem Postparkplatz

Am Wochenende feiert Illnau zum 40. Mal Dorfchilbi. Im nächsten Jahr wird der Lunapark umziehen müssen, doch das Chilbi-Komitee hat noch keinen neuen Standort.

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Manche Traditionen sind unumstösslich, so auch die Illnauer Dorfchilbi. Denn schon seit 40 Jahren feiern die hiesigen Vereine jeden Herbst im Dorfkern ihre Chilbi. Am Wochenende ist es nun wieder so weit, und Illnau verwandelt sich in eine Festlandschaft, bei welcher der Männerchor Spätzlipfannen serviert, die Mädchen- und Jugendriege Getränke ausschenkt und die Gastregion Elm mit einem Jodelchörli präsent ist. Doch mit dieser langjährigen Chilbi-Tradition soll bald Schluss sein. In dieser Form findet die Dorfchilbi nämlich zum letzten Mal in Illnau statt. Zumindest für den Lunapark – die Chilbi-Bahnen – ergeben sich für nächstes Jahr einige grössere Änderungen.

Der Postparkplatz, auf dem die Bahnen bisher aufgestellt wurden, wird überbaut. Laut Benno Vonplon, dem Projektleiter der Bauherren, beginnen im neuen Jahr im Gebiet unterhalb des Bahnhofs Illnau voraussichtlich die Bauarbeiten für die Wohn- und Gewerbehäuser «Station Illnau». Die Baubewilligung sei noch ausstehend, aber sobald diese eintreffe, würden die ersten Bagger auffahren.

Zu klein für ein Riesenrad

Dabei sieht der Gestaltungsplan einen Platz zur öffentlichen Nutzung vor. Für die Illnauer Chilbi bedeutet dies, dass der Platz ab dem Frühjahr 2010 wieder nutzbar ist. Allerdings meint Vonplon: «Wahrscheinlich ist der Platz für ein Riesenrad zu klein, aber für verschiedene Beizen und ein Kinderkarussell ist das Gelände gross genug. Dies müssen aber die Chilbi-Organisatoren entscheiden.» Bis jetzt hätten die Stadt und die Chilbi-Organisatoren allerdings noch keinen Kontakt zu der Bauherrschaft aufgenommen.

Chilbi-Bahnen dezentral aufstellen

Für den Lunapark an der Chilbi 2009 stellt sich ein Platzproblem. «Die Chilbi 2009 findet am gleichen Standort wie immer statt», erklärt Ueli Fürst, der Chilbi-Komitee-Präsident, «aber für die Bahnen muss ein neuer Platz gefunden werden.» Das Privatgelände vis-à-vis der Tschuttiwise Längg war hierzu lange im Gespräch. Jetzt stellte sich aber heraus, dass die Wiese als Lunapark-Standort nicht in Frage kommt, da die Stromversorgung nicht gewährleistet ist. «Wir müssten neue Stromleitungen zum Grundstück ziehen», erklärt Fürst. Dies sei zu teuer für das Organisationskomitee, zumal dieser Standort nicht als definitiver Platz in Frage komme.

Der Kanton plant auf diesem Areal eine Flussverschiebung der Kempt, um die Gefahr von Hochwasser einzudämmen und das Flussbett zu renaturieren. «Es ist zu unsicher, was mit dem Gelände geschieht», sagt Ueli Fürst. «Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir noch keinen neuen, definitiven Platz», räumt Fürst ein, man werde die Bahnen deshalb 2009 dezentral aufstellen.

Bis der Lunapark umziehen muss, vergeht noch ein Jahr. Diese Zeit wolle man nutzen, um mit den Schaustellern und dem EKZ abzuklären, wo man welche Bahn zukünftig aufstellen könne, sagt der Chilbi-Präsident. Denkbar sei eingangs des Dorfes Richtung Kempt. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.09.2008, 21:53 Uhr

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