Schuldenkrise

Italiens Regierung warnt vor Belastung der Bevölkerung

Rom Die italienische Regierung ist der Ansicht, dass Italien vor der schwierigsten Phase der Wirtschaftskrise steht.

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«Jetzt summieren sich die Auswirkungen der Rezession, die finanzielle und psychologische Belastung der Bürger infolge der Sparmassnahmen», sagte der Industrieminister in einem Zeitungsinterview.

Die italienische Bevölkerung kriege nun auch die Folgen «eines nicht ganz angemessen Umgangs der EU mit der Krise» zu spüren, sagte der italienische Industrieminister Corrado Passera in einem Interview mit der römischen Tageszeitung «Il Messaggero».

Die positiven Auswirkungen der Sparmassnahmen, des Kampfes gegen die Steuerhinterziehung und der möglichen Privatisierungen seien zudem in der kurzen Zeit von einigen Monaten noch nicht spürbar.

«Wir müssen alle Reformen und Massnahmen beschleunigen, um die Rezession zu bewältigen. Vor allem müssen wir die Bedingungen für neue Arbeitsplätze schaffen. Das Land wird die Krise bewältigen, die Beschäftigung muss aber die erste Priorität der Politik sein», sagte der Minister.

Schwindende Kaufkraft

Inzwischen wachsen in Italien die Sorgen wegen der Auswirkungen der Sparmassnahmen: Zwischen 2007 und 2010 sei die Kaufkraft der einkommensschwächeren Familien um zwölf Prozent gesunken, geht aus einer von der Tageszeitung «La Repubblica» veröffentlichten Studie hervor.

Der Konsumentenschutzverband Codacons errechnete, dass der Kaufkraftrückgang für die Familien in Italien einen Verlust von 172 Euro im Monat bedeutet. Dabei sei die Kaufkraft der Italiener bereits 2010 um 0,6 Prozent und 2009 um 3,1 Prozent zurückgegangen.

Nach Schätzungen der Konsumentenschützer müssen italienische Familien 2012 allein wegen des höheren Steuerdrucks und der teureren Strom- und Gasrechnungen mit Zusatzausgaben von fast 2000 Euro rechnen.

Erstellt: 15.04.2012, 13:16 Uhr

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