Katholiken frohlocken über neues Zentrum

Die katholische Kirchgemeinde Horgen zeichnet in einer Festschrift den steinigen Weg zu einem neuen Pfarreizentrum nach. Sichtlich stolz präsentiert sie den modernen Bau.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Vor dem Abbruch des alten Vereinshauses feierten die Horgner Katholikinnen und Katholiken noch einmal tüchtig im alten Gemäuer. Die Feier habe «die Risse im Mauerwerk noch etwas vergrössert», heisst es in der Festschrift, welche die römisch-katholische Pfarrei St. Josef in Horgen zur Eröffnung ihres neuen Pfarreizentrums herausgegeben hat. Erst im März 2007 begannen die Abbrucharbeiten des über 100-jährigen Gebäudes. Bereits am 13. und 14. September wird der neue Bau eröffnet.

Das klingt, als sei alles glatt verlaufen bei Planung und Bau des neuen Zentrums. Die Autoren der Festschrift werfen aber noch einmal einen Blick zurück und wissen, dass dem nicht so war: 1983 wurden gleich zwei Neubauprojekte an der Urne abgewiesen. In den folgenden zwanzig Jahren habe viel Geld in ein veraltetes Gebäude investiert werden müssen, schreibt Erich Hollenstein, Mitglied des Pfarreirats. «Verzweifelt» habe man immer wieder Raum gesucht für den Pastoralassistenten, die Jugendarbeit oder das Sekretariat.

Raum der Stille ist Schmuckstück

Erst 2005 genehmigte die Kirchgemeindeversammlung erneut einen Projektierungskredit für das lang ersehnte Gebäude, 2006 segnete sie den Baukredit von 7,65 Millionen Franken ab. Die Horgner Dachtler und Partner AG für Architektur, die bereits 1983 ein Projekt vorgelegt hatte, bekam wiederum den Zuschlag und entwarf ein modernes Pfarreizentrum. Es präsentiere sich elegant und dennoch schlicht, zweckgebunden und zukunftsträchtig, schreibt Hollenstein.

Das Schmuckstück des neuen Gebäudes ist der Raum der Stille im Erdgeschoss, der den ganzen Tag geöffnet ist. Er ist laut Gemeindeleiter Stanko Martinovic ein Ort der Einkehr, er biete Platz für neue Formen der Spiritualität. Der dunkle Parkettboden zeige, dass jede Spiritualität geerdet werden müsse. Die helle Holzdecke weise auf den Himmel hin, der über uns offen sei. Im Raum der Stille befindet sich auch das bunte Glasfensterbild des Künstlers Roman Candio, das Geburt, Leben, Tod und Auferstehung thematisiert. Die Gemeinde Horgen hat das Kunstwerk mit 35 000 Franken unterstützt.

Der grosse Saal im Erdgeschoss bietet bestuhlt Platz für 190 Personen, bei Bankettmöblierung für 120 Personen. Der Saal ist für Versammlungen, Bankette, Konzerte oder Tanzabende gedacht. Er ist durch eine Durchreiche mit der neuen Küche verbunden, «damit die Suppe immer heiss serviert werden kann», heisst es in der Festschrift. Es handle sich zwar um keine Hotelküche, biete aber mit Kombidämpfer, zwei Pfannen à 63 und 84 Liter und Hochleistungs-Abwaschmaschine die Infrastruktur, um «einfache Mahlzeiten» zuzubereiten.

Für Begegnungen und Feste

Im ersten und zweiten Stock sind die Büros der Pfarrei und Räume für den Religionsunterricht untergebracht – alle dank grossen Fenstern lichtdurchflutet. Im Untergeschoss hat die Jugend Räume bekommen: etwa der Jungwacht-Blauring und die Jugendarbeit mit dem «LightBild».

Das Pfarreizentrum stehe im Dienste der Glaubensweitergabe, schreibt Gemeindeleiter Martinovic im Editorial. Es diene der christlichen Gemeinschaft, die erst durch die Begegnung von Menschen unterschiedlicher Herkunft entstehe und sich festige.

Gut möglich, dass diese Gemeinschaft an der Eröffnung des neuen Pfarreizentrums vom 13. und 14. September wieder ein rauschendes Fest feiern wird. Die neuen Mauern werden diesmal stark genug dafür sein. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 09.09.2008, 20:52 Uhr

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Blogs

Mamablog Die Tage der Ehe sind gezählt

Blog Mag Das Ende der Seifenoper

Service

Für Selbstständige und KMU

Tragen Sie Ihre Firma im neuen Marktplatz des Tages-Anzeigers ein.

Die Welt in Bildern

Lange Nase: Tänzer zeigen eine Episode ihres Stücks vor dem Opernhaus in Sydney. (22. August)
(Bild: EPA/DAVID MOIR ) Mehr...