Kibag plant Recyclinganlage ob der A3

Oberhalb des Autobahnanschlusses Wädenswil soll ein grosses Recyclingwerk entstehen. Bis zu 110'000 Tonnen Bauschutt will die Kibag dort jährlich zur aufbereiten.

Ulrich Widmer (l.) und Markus Schmid oberhalb der A3 in Wädenswil, wo das Recyclingwerk der Kibag gebaut werden soll.

Ulrich Widmer (l.) und Markus Schmid oberhalb der A3 in Wädenswil, wo das Recyclingwerk der Kibag gebaut werden soll. Bild: Patrick Gutenberg

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Wo einst unterhalb der A3 hochfliegende Shopping-Center-Pläne geplatzt waren, stehen nun in der Hinteren Rüti zwei Fachmärkte vor dem Baustart. Und noch immer hat der Wädenswiler A3-Anschluss nichts von seiner magischen Anziehungskraft auf Grossprojekte potenter Bauherren verloren. Hohe Visierstangen, die derzeit neben der Aamüli in den Himmel ragen, künden für einmal etwas oberhalb der Autobahn ein neues Grossprojekt ganz anderer Art an: In einer 12'000 Quadratmeter grossen Gewerbezone, die nahe der Aamüli an die Zugerstrasse anschliesst, plant die Kibag eine Recyclinganlage für Abbruchmaterial aus und für die Region am linken Zürichseeufer.

Angeliefert und zu Recycling-Baustoffen für den Strassen- und Häuserbau zerkleinert und aufbereitet werden sollen dort in Autobahnnähe verschiedene Bauabfälle wie etwa Beton, Strassenkoffer, Backsteine oder Kalksandsteine. Für das Grundstück an logistisch höchst attraktiver Lage hatten sich auch zahlreiche andere Firmen interessiert. Darunter waren gemäss gut informierter Kreise auch Aldi, Dow Chemical Horgen und die auf die Herstellung von Tiefkühl-Backprodukten spezialisierte Firma Kern & Sammet AG aus Wädenswil. Den Zuschlag erhalten hat nun der Baukonzern mit Sitz in Zürich-Wollishofen.

6 bis 8 Millionen Investitionen

Errichtet werden soll die neue je nach technischem Ausbaustandard 6 bis 8 Millionen Franken teure Recyclingsanlage der Kibag im Baurecht auf Land der Erbengemeinschaft Haab sowie von Hans-Heinrich Haab.

«Mit der Rückführung von Abbruchmaterial in den Baustoffkreislauf schonen wir die natürlichen Ressourcen und reagieren auch auf das immer knappere und teurer gewordene Deponievolumen und auf immer schärfere gesetzliche Vorschriften», sagt Ulrich Widmer, Bereichsleiter Kies und Beton bei der Kibag. Mit dem betriebseigenen Materialumschlagplatz in der linksufrigen Seeregion würden auch lange und teure Transportwege an weiter entfernte Recyclingwerke, etwa nach Volketswil, wegfallen.

Optimale Verkehrslage

Ausschlaggebend für die Standortwahl sei die verkehrsmässig optimale Erschliessung des Werks ob der Autobahn gewesen, betont Ulrich Widmer: «Wir können den Materialtransport per Lastwagen von und zum Recyclingwerk weitgehend über den nahen Autobahnanschluss an der Zugerstrasse abwickeln und müssen dafür keine Wohnquartiere durchfahren».

Konzipiert wird das Recyclingwerk – ein Zwei-Mann-Betrieb – für eine Verarbeitungsmenge von maximal 110'000 Tonnen pro Jahr. In der Startphase will die Bauherrschaft die Anlage vorerst einmal mit jährlich rund 60'000 Tonnen beschicken «Das entspricht etwa täglich je 15 Lastwagenfahrten von und zum Recyclingwerk», rechnet Widmer vor. Gemäss dem Umweltverträglichkeitsbericht, der ab morgen Freitag zusammen mit dem Baugesuch im Bauamt Wädenswil aufliegt, soll der Mehrverkehr nach Inbetriebnahme der Anlage auf der Zugerstrasse nur gerade 0,03 Prozent ausmachen.

Der Wädenswiler Recyclingbeton ist vor allem als Kiesersatz in den konzerneigenen Betonwerken in Wollishofen sowie im Winterberg Wädenswil willkommen.

Altbeton und Mischabbruch aber wird auch von externen Firmen entgegengenommen und teilweise nach der Aufbereitung auch wieder an Dritte, etwa für den Häuser-oder Strassenbau, verkauft.

Zu stehen kommen soll das neue Kibag-Werk pikanterweise nur wenige hundert Meter vom Neubühl und vom Luggenbüel entfernt, wo der Regierungsrat, ungeachtet massiver Proteste aus Wädenswil, neue Deponiestandorte festlegen will. Diese Deponiepläne bezeichnet man bei der Kibag für das eigene Projekt indes als irrelevant, da aus der Recyclinganlage nur minimale Mengen an Deponiematerial anfallen würden. «Wir nehmen ohnehin nur auf den Baustellen vorsortiertes und nicht kontaminiertes Material entgegen, das wir zu 99 Prozent in der eigenen Anlage verwerten können», versichert Widmer.

Brechanlage als Herzstück

Herzstück des neuen Recyclingwerks ist eine Brechanlage auf der Nordwestseite des Areals. Dort wird das angelieferte Rohmaterial mit Brachialgewalt in feine Stücke zertrümmert und für diverse Recycling-Stoffe aussortiert. Um Staub- und Lärmimmissionen möglichst eindämmen zu können, soll der Brecher gemäss Markus Schmid, Leiter Planung und Ressourcen bei der Kibag, in eine 65 Meter lange, 25 Meter breite und bis zu 18 Meter hohe Halle eingehaust werden.

Für die Anlieferung von Abbruchmaterial sind vier offene Zwischenlager und für die recyclierten Baustoffe vier überdachte und zwei nicht gedeckte Materialboxen geplant. Über die Pläne der Kibag muss zuerst einmal die Wädenswiler Baubehörde entscheiden. Die Kibag will die neue Anlage «möglichst noch im kommenden Jahr oder aber spätestens 2010» in Betrieb nehmen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 03.09.2008, 20:14 Uhr

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