Kilchberg: weniger Steuern

Der Gemeinderat will den Steuerfuss um 3 auf 80 Prozentpunkte senken. Das Vermögen sei hoch genug, um auch schlechtere Jahre zu verkraften.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Wie die Wädenswiler Exekutive beantragt auch der Gemeinderat von Kilchberg trotz Defizit in der Laufenden Rechnung für 2009 eine Steuersenkung. Die Gemeindeversammlung soll den Steuerfuss am 25. November auf 80 Prozentpunkte festlegen. Das Defizit für 2009 veranschlagt der Gemeinderat auf 1,7 Millionen Franken. Die Gesamtausgaben sollen 87,6 Millionen Franken betragen.

Hinter der Absicht, die Steuern zu senken, stehen laut Finanzvorsteher Dieter Lehner (FDP) drei Überlegungen. Erstens habe sich das Instrument der rollenden, fünfjährigen Finanzplanung als Entscheidungsgrundlage bewährt. Zweitens würden die auch für 2009 geplanten zusätzlichen Abschreibungen die Laufenden Rechnungen künftiger Jahre um mehr als zwei Millionen Franken jährlich entlasten. Drittens sei das Nettovermögen ausreichend hoch dotiert, um auch schlechtere Jahre zu bewältigen. Im Voranschlag 2009 sind zusätzliche Abschreibungen in der Höhe von sechs Millionen enthalten, das Nettovermögen beträgt 25,5 Millionen Franken.

Trotz der veranschlagten Steuersenkung sollen die Steuereinnahmen im kommenden Jahr um rund ein Prozent wachsen, rechnet Lehner vor. Zurückzuführen sei dies in erster Linie auf ausserordentlich hohe Grundstückgewinnsteuern. Der Gemeinderat habe bei diesem Posten 6 Millionen budgetiert, üblicherweise würde mit 3,5 bis 4 Millionen Franken gerechnet. Die beabsichtigte Steuersenkung habe im Übrigen «nichts mit Standortmarketing zu tun». Der Gemeinderat orientiere sich lediglich an der finanzpolitischen Realität, betont Lehner.

Überaus hohe Investitionen geplant

Weil der Kilchberger Gemeinderat im kommenden Jahr mit 14,5 Millionen Franken ausserordentlich viel investieren möchte – vor allem in die Sanierung des Hallenbad und den Umbau des Primarschulhauses Dorfstrasse –, beträgt der Selbstfinanzierungsgrad bloss 51,4 Prozent. Im langjährigen Durchschnitt konnte Kilchberg seine Investitionen jedoch meist aus der eigenen Kasse bezahlen. So betrug der Selbstfinanzierungsgrad 2007 124,6 Prozent und 2006 sogar 171,8 Prozent. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.10.2008, 22:11 Uhr

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Blogs

Mamablog Die Tage der Ehe sind gezählt

Blog Mag Das Ende der Seifenoper

Service

Für Selbstständige und KMU

Tragen Sie Ihre Firma im neuen Marktplatz des Tages-Anzeigers ein.

Die Welt in Bildern

Lange Nase: Tänzer zeigen eine Episode ihres Stücks vor dem Opernhaus in Sydney. (22. August)
(Bild: EPA/DAVID MOIR ) Mehr...