Kloten: Nur der Kreisel wird sicher gebaut

Der Stadtplatz ist verworfen – was folgt, und wie lange es bis zu einer tragfähigen Lösung dauert, steht in den Sternen. Bagger werden aber dennoch auffahren.

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«Ich hätte nicht erwartet, dass die Vorlage abgelehnt wird.» Architekt Jürg Egger dachte schon, er müsse vor lauter Propaganda der Befürworter Unterschriften sammeln gehen. Der Wortführer des Komitees «Stadtplatz Ja – Dach Nein» hätte ein Referendum gegen den noch ausstehenden Gestaltungsplan lancieren wollen, falls die Kreditvorlage am Wochenende angenommen worden wäre. Aber mit ihrem klaren Nein haben die Klotener Stimmberechtigten Jürg Egger davor bewahrt.

Wie es nun weiter geht mit der Raumgestaltung an der Kirchgasse vor dem Square-Neubau, ist derzeit völlig offen. Sicher ist nur, dass der Kanton mit dem Bau eines Kreisels an der Schaffhauserstrasse vor dem Hotel Welcome Inn beginnen wird. «Dort werden in den nächsten Tagen die Baumaschinen auffahren», erklärt Stadtpräsident René Huber (SVP). «Wahrscheinlich sagen die Leute dann, jetzt will der Stadtrat das Dach doch bauen.» Im Zusammenhang mit dem Kreisel wird die Bahnhofstrasse nur noch einspurig befahrbar sein. Gebaut wird auch eine Zufahrt zur Square-Tiefgarage; die Einmündung der Kirchgasse in die Schaffhauserstrasse vor der Bäckerei Fleischli wird hingegen aufgehoben.

Gratisangebot nicht erwünscht

Am einzigen Podiumsgespräch im Abstimmungskampf um den Stadtplatz hatte Jürg Egger am 8. September im Kino Claudia verkündet, die vorhandenen Pläne kostenlos dahingehend zu ändern, dass eine rasche Weiterbearbeitung des Stadtplatzprojektes ohne Dach möglich sei. «Daran halte ich nach wie vor fest», sagte Egger auf Anfrage des «Tages-Anzeigers».

Stadtpräsident René Huber (SVP) bezeichnet Eggers Gratisangebot indes als «absolut ausgeschlossen». Mit Egger zusammenzuarbeiten könne er sich nicht vorstellen, so sein knapper Bescheid. Wie es nun weitergehen soll, müsse das Stadtratsgremium jetzt erst noch besprechen.

Nach dem Stadtrat tagt am Dienstag Abend auch das Stadtparlament. Immer noch traktandiert ist die Verabschiedung des Gestaltungsplans für den abgelehnten Stadtplatz. Ob dieses Geschäft jedoch überhaupt vor die 32 Gemeinderäte kommen wird, konnte Huber am Montag noch nicht sagen. «Es wäre meiner Meinung nach falsch, zum jetzigen Zeitpunkt über den Gestaltungsplan für ein abgelehntes Projekt zu sprechen.» Man werde diesen höchstwahrscheinlich zurückziehen, weil ansonsten die Geschäfts- und Rechnungsprüfungskommission einen Nichteintretensantrag im Rat stellen würde, meint der Stadtpräsident.

Huber möchte «möglichst schnell, aber seriös» ein neue Variante für einen Stadtplatz ausarbeiten. Ein Dach könne er sich weiterhin vorstellen – «es müsste wohl eine leichtere Konstruktion sein.» Dazu müsste man auch nicht unbedingt mit dem gleichen Architektenteam zusammenarbeiten, erklärt der Stadtpräsident. «Wir müssen den Fächer einfach nochmals öffnen, vielleicht kommt am Ende noch etwas viel verrückteres heraus als das alte Projekt.» Huber denkt auch laut über einen neuen Wettbewerb mit Jury nach, dort könnte dann auch Jürg Egger Mitglied sein, so Huber. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 29.09.2008, 22:12 Uhr

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