Knallhart

Bobby und Betty räumen auf – gründlich. Das Theater Triebgut zeigt einen Geschwisterkampf von Neil LaBute.

Kampfpause. Annette Wunsch und Gian Rupf als Betty und Bobby.

Kampfpause. Annette Wunsch und Gian Rupf als Betty und Bobby. Bild: Marco Hartmann

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«Die Wahrheit tut weh. Brennt wie Sau», sagt Bobby und hat damit mehr recht, als ihm lieb ist. Denn im jüngsten Stück von Neil LaBute, dem amerikanischen Erfolgsdramatiker und Experten für beunruhigendes Verhalten, brennt die Wunde Wahrheit heftig: Bobby trifft auf seine Schwester Betty, die wie er in den Vierzigern ist. Gemeinsam wühlen die beiden auf, was von jeher zwischen ihnen steht: ihre unterschiedlichen Ansichten und ihre unbewältigten Konflikte.

Thilo Voggenreiter, Spezialist für zeitgenössische Autoren, hat LaButes Stück, das hier als Schweizer Erstaufführung gezeigt wird, auf das Wesentliche reduziert: auf die beiden Geschwister, gespielt von Annette Wunsch und Gian Rupf, die ihre Differenzen mit der Intensität eines Boxkampfs austragen. Mit jedem Satz spielen die beiden ihre Lebensentwürfe und Weltanschauungen gegeneinander aus. Mit jedem Satz schlagen sie zu. Auf der einen Seite des Boxrings steht der Schreiner Bobby, der alles in der Welt seinem einfachen moralischen Massstab unterordnet. Ihm gegenüber bringt sich die Universitätsprofessorin Betty in Position, die um die Komplexität der Welt weiss, aber kein Problem damit hat, die Realität ihren Bedürfnissen anzupassen. Und mit jedem Satz bringt LaBute ein wenig stärker die grosse Frage zum Tragen, die über die familiäre Nahkampfzone seines Stücks hinausweist: Wie viel Wahrheit erträgt der Mensch?

Sa 20 Uhr 8.5. und 6.6. Eintritt 20–38 Franken

(Zueritipp)

Erstellt: 24.04.2013, 15:12 Uhr

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