Leuchtturm: Die Parteibosse sind begeistert

Sechs von sieben Wädenswiler Parteivertretern sind von einem Leuchtturm am See entzückt. Aus dem Volk tönts anders.

Der Leuchtturm am Seeufer soll über 30 Meter hoch in die Luft ragen.

Der Leuchtturm am Seeufer soll über 30 Meter hoch in die Luft ragen. Bild: PD

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«Ein solcher Leuchtturm verschandelt den Seeplatz», sagt Rahel Jünger. Und geht damit einig mit Hans Schärer, der dem letzte Woche präsentierten Projekt bei der Schiffstation auch nichts Positives abgewinnen kann. Jünger und Schärer gehören zu den Wädenswilern, die ihrem Unmut mit einem Leserbrief Luft machen. Dem über 30 Meter hohen und vier bis sechs Millionen Franken teuren Leuchtturm von Initiator Tom Porro weht also schon kurz nach der Bekanntmachung ein rauer Wind aus dem Volk entgegen.

«Super Idee, lässig, attraktiv»

Auf Rückenwind hoffen darf Porro dafür von den Volksvertretern in den politischen Parteien. Für Stadtpräsident Ernst Stocker (SVP) etwa wäre der Leuchtturm «eine Marke für den Anspruch Wädenswils, als dritte Stadt am Zürichsee wahrgenommen zu werden». Ins gleiche Horn stossen der Reihe nach FDP-Präsidentin Astrid Furrer, CVP-Chefin Giuseppina Spescha, BFPW-Obmann Heiner Treichler, EVP-Vizepräsidentin Nelly Schreiber sowie SVP-Vizepräsident Martin Lampert. «Sehr schön, der Turm passt vielleicht sogar zur ‹Wolke›», sagt Astrid Furrer. «Eine super Idee», findet Giuseppina Spescha. Den Namen Leuchtturm bezeichnet sie jedoch als verwirrlich. «Eigentlich ist es ein höher als üblich gebautes Restaurant.» Für Heiner Treichler ist das Projekt ein «Ausdruck des Muts, etwas anderes zu machen». Der Seeplatz werde durch den Turm «sicher belebt». Mit «lässig, das ist attraktiv», umschreibt Nelly Schreiber das Projekt. Und Martin Lampert gefällt der Leuchtturm ebenfalls. Die Höhe von über 30 Metern sei kein Problem, der Kirchturm sei schliesslich 63 Meter hoch.

«Der Turm ist ein Fremdkörper»

Die einzige Stimme gegen den Leuchtturm gehört Heinz Wiher, dem Präsidenten der Grünen. «Das Projekt gefällt mir nicht, ich bevorzuge einen offenen Seeplatz.» Er bezeichnet die Baute als «Fremdkörper», der Leuchtturm finde bei der Bevölkerung «wohl wenig Anklang». SP-Fraktionspräsident Thomas Hartmann fühlt sich noch zu wenig gut informiert für eine Beurteilung. Es handle sich ja erst um eine Projektskizze. Derzeit nicht zu Einzelprojekten in der Stadt äussern will sich der Wädenswiler Unternehmer und Planer Heinrich Th. Uster, der an vorderster Front gegen die «Wolke» kämpfte.

Einig sind sich die Politiker dagegen in Bezug auf die Finanzierung. Alle begrüssen die Haltung des Stadtrats, das Projekt zwar ideell, nicht aber finanziell zu unterstützen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 15.09.2008, 20:03 Uhr

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