Moorlandschaft Lützelsee besser geschützt

Jetzt hat auch Bubikon eine Schutzverordnung für die Lützelsee-Moorlandschaft. Sie ist seit gestern in Kraft. Grüningen und Gossau folgen im Oktober.

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Die Landschaft der Gemeinde Bubikon ist von besonderem Reiz. Sie ist geprägt von Wäldern, Wiesen, Äckern, Obstgärten, Weilern, Höfen und Feuchtgebieten. Zurzeit verfärben sich die Streuwiesen in ihr herbstliches Gelb und erste Nebel liegen am Morgen in den zahlreichen Moorsenken. Das nördliche Gemeindegebiet ist Teil der Moorlandschaft Lützelsee, die sich weiter über Hombrechtikon, Stäfa, Grüningen und Gossau erstreckt. Die Landschaft ist von nationaler Bedeutung - und nun noch besser geschützt. Die kantonale Baudirektion hat gestern eine neue Schutzverordnung in Kraft gesetzt. Sie gilt ab sofort. Rekurse haben keine aufschiebende Wirkung.

Lebensraum für seltene Arten

Kernstück der Bubiker Moorlandschaft ist die Geländesenke zwischen Landsacker, Gstein und Laufenried/Chnebel. Durch sie fliesst das Quellbächlein der Glatt, das zwischen Herschmettlen und Landsacker entspringt. Das Gebiet mit seinen vernetzten Riedflächen in der Aalau gilt als biologisch sehr wertvoll. Die Schutzverordnung umfasst insgesamt 15 Objekte; zehn Flachmoore, zwei Hochmoore, zwei Trockenwiesen und einen Weiher. Zehn dieser Objekte sind von nationaler Bedeutung, wie die Baudirektion gestern mitteilte. Besonders in den Flach- und Hochmooren leben seltene Tier- und Pflanzenarten. So kommt die Kleine Teichrose im Kämmoosweiher vor - eine in ganz Europa rare und in der Schweiz vom Aussterben bedrohte Art. Und am Egelsee flattert der Kleine Moorbläuling, eine seltene Schmetterlingsart.

Die Arbeiten an der Schutzverordnung nahmen mehr Zeit in Anspruch als geplant. Ursprünglich hätte die Moorlandschaft Lützelsee Ende 2007 ganz unter Schutz stehen sollen. Die Verzögerung begründet Martin Graf von der kantonalen Fachstelle Naturschutz mit Landumlegungen in Bubikon. Im Rahmen einer Melioration wurde das in viele kleine Parzellen zerstückelte Grundeigentum neu verteilt. Dies habe aber auch erlaubt, beim Festlegen der Schutzverordnung die Anliegen der Landwirte zu berücksichtigen und Härtefälle zu vermeiden, erklärt Graf. Von der 380 Hektaren grossen Meliorationsfläche im Gebiet Bubikon-Nord beispielsweise entfielen 15 Hektaren auf Riede und Pufferzonen.

Güllen in Pufferzonen verboten

Die Kerngebiete standen schon lange unter Naturschutz. Neu sind nun auch präzise Pufferzonen definiert. Sie sind vom Bund vorgeschrieben, sollen Übergangslebensräume zum intensiv genutzten Kulturland sichern und zur langfristigen Erhaltung der Kerngebiete beitragen. Die Bauern dürfen in den Pufferzonen nicht mehr düngen. Trotzdem sind die geschützten Flächen für die Landwirte interessant. Um Direktzahlungen zu erhalten, müssen sie für ihre Betriebe mindestens sieben Prozent Ökoflächen ausweisen.

Mit der Schutzverordnung für Bubikon ist die Moorlandschaft Lützelsee noch nicht vollständig geschützt. In Hombrechtikon und Stäfa ist sie zwar seit längerem unter Schutz gestellt, noch fehlen aber Verordnungen für Teilgebiete in Grüningen und Gossau. Wie in Bubikon ist das Vorhaben in Grüningen an eine Landumlegung gekoppelt, die es verzögert hat. Martin Graf von der Fachstelle Naturschutz ist aber zuversichtlich, dass die Baudirektion die beiden letzten Verordnungen im Oktober in Kraft setzen kann. Womit die dritte Landschaft von nationaler Bedeutung im Oberland - neben den Moorlandschaften am Pfäffikersee und den Drumlins zwischen Wetzikon und Hinwil - umfassend geschützt wäre. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 30.08.2008, 08:02 Uhr

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